8 - Fortschritt - der ISÖ-Podcast - Folge 8 - Älter werden
Shownotes
Margit Opielka ist im Internet nicht präsent, aber sie taucht, natürlich literarisch verfremdet, im ersten autofiktionalen Roman des Host Michael Opielka auf, in "Villa Mare", erschienen 2017: Linkbeschreibung
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00:00:16: Herzlich willkommen zu Fortschritt dem ISE-Podcast Gespräche über soziale Nachhaltigkeit und was sonst wirklich wichtig ist.
00:00:26: Heute sprechen wir zum Thema Älterwerden!
00:00:30: Ältern, wir reden jetzt heute über mich weil ich auch älter geworden bin aber wir reden auch mit unserem heutigen Gast Margit Objelda.
00:00:38: offensichtlich wie der Name schon sagt meine Mutter.
00:00:40: optische Ähnlichkeit ist vielleicht nicht direkt so erkennbar Weil ich eben doch ein bisschen anders aussehe oder sehe ich wirklich anders aus wie wir wissen es nicht.
00:00:49: Aber schön, dass du da bist, Mama!
00:00:51: Ich würde dich mit Mama ansprechen und ich hoffe, dass ihr als Zuschauer da nichts dagegen habt oder Zuhörerinnen nichts dagegen hab.
00:00:58: Wir wollen uns heute über das ältere Werten austauschen.
00:01:00: Wir werden keinen so langen Podcast produzieren weil wir müssen ja ein bisschen Brücksicht nehmen darauf, dass der Ältere Mensch Na ja, der ist jetzt der ältere Mensch von uns beiden.
00:01:10: Dass der älteren Mensch eine begrenztere Aufmerksamkeit Spanne hat und im Alter kommt er älterem Mensch, der Jugend wieder nahe.
00:01:18: Der hat aufmerksamkeitsspanne auch immer so ein bisschen limitiert scheint.
00:01:21: Gut wir lassen uns... Wir wollen drei Themen besprechen Mütterchen und zwar Ich hatte gedacht, wir sprechen über drei Themen.
00:01:28: Das erste war das Thema Altwerden selber.
00:01:31: was macht es mit uns?
00:01:33: Du hast ja auch schon eine Menge Erfahrung gesammelt da wo jetzt in den letzten Monaten wieder erneut mit Krankenhaus und Pflegeheimen.
00:01:40: jetzt bist du wieder draußen.
00:01:41: Das hat man glaube ich mitteilenswert, dass wir darüber mit anderen reden.
00:01:45: Damit die mitbekommen, ja was braucht man eigentlich als älterer Mensch?
00:01:48: Was ist das, was ein des Lebens als ältere Menschen einfacher macht?
00:01:52: Also was kann man da eigentlich gebrauchen?
00:01:54: Das wollte ich gerne mit dir besprechen so dass auch andere Interessierte vielleicht davon profitieren können.
00:02:01: Das zweite Thema mit dem ihr sprechen wollt ist das Thema eigentlich Erinnerung also erst mal Alter.
00:02:08: zweitens Erinnerungen Was macht mit uns aus deiner Sicht die Geschichte, die du erlebt hast, Geschichte der Vertreibung des Krieges?
00:02:18: Das ist ja für die heutige junge Leute unheimlich weit her.
00:02:22: Sie wissen sie alles nicht und da glaube ich es wenn wir älter werden und ich meine ich habe das ja auch nur Auserzählungen erlebt aber da kann man damit noch zu einem oder anderen darüber reden.
00:02:31: Und das dritte letzte Thema wäre Wenn man so sagen will, wenn man älter wird.
00:02:37: es klingt ein bisschen hart.
00:02:38: Aber Älter werden heißt das Podcast ja.
00:02:41: Dann kann man auch bestimmte Erfahrungen vielleicht weitergeben.
00:02:46: und eine der Erfahrungen die ich mit ihr sprechen möchte ist wie gehen wir damit mit dem Thema Toleranz um?
00:02:52: oder wie gehen da mit um?
00:02:55: Die Dinge sag ich mal gleich gültig zu lassen dass man verschiedene Sachen gelten lassen kann.
00:03:02: Wären das Themen, über die wir reden könnten?
00:03:06: Der Mensch muss zufrieden sein.
00:03:09: Wenn ich unzufrieden bin oder jemandem etwas auszusetzen habe, dann kann ich auch nicht froh und glücklich sein.
00:03:19: Ja okay diese miserantopische Haltung, über den werden wir nachher noch kommen.
00:03:22: Wir sind heutige Zeit ja ziemlich endemisch.
00:03:24: also wir haben jetzt zig Prozent Wähler, die wählen hier Aus Kirchkeit heraus sind auf alle möglichen Wüten auf die etablierten, auf Amerika.
00:03:36: Auf die Ausländer... Na ja, auch alle möglich sind wütend.
00:03:40: Aber kommen wir später dazu.
00:03:41: Bleiben wir vielleicht zuerst mal beim Thema Eltern dann?
00:03:43: Wie ist es, älter zu werden, Mama?
00:03:47: Ich bin zufrieden, solange ich mich bewegen kann.
00:03:51: Solang ich denken kann – das ist ja wichtig!
00:03:54: Bewegen, wenn es auch ein bisschen schwerfällt.
00:03:56: Genau, die etwas außerhalb der Kamera steht dein Sportwagen, deine Rollator.
00:04:01: Die lassen wir mal außen vor.
00:04:03: Den hast du vor drei Jahren übernehmen müssen nachdem du einen Oberschenkelbruch hattest und danach warst du wochenlang im Krankenhaus, wochenlanger in der Reha, das ist drei Jahre her.
00:04:15: Danach war eigentlich klar, ohne Rollator geht's nicht mehr.
00:04:20: Zu Hause kann ich mich an der Wand halten und dann geht es ja... Wenn man wo ist, geht das ja nicht.
00:04:26: Da muss ihr
00:04:28: froh sein,
00:04:28: dass
00:04:30: es ein Rollator gibt.
00:04:31: Aber wir sehen uns mal einen Punkt an dieser Beweglichkeit im Älterwerden.
00:04:35: Dann hast du in diesem Sommer noch einmal, also jetzt am Ende des Jahres ... In diesem Sommer kann man in so weit noch sagen, im Herbst eigentlich hattest du eine Lungenembolie.
00:04:46: War ja auch nicht schön wie das über die Details sprechen aber dann kamst du ins Krankenhaus Robert Bosch Krankenhaus hier und danach in die Kurzzeitpflege.
00:04:58: Ja da ist als wenn manchmal eine Lieke da wäre.
00:05:02: So ein
00:05:03: bisschen Erinnerungs-, kann man sagen Ausfall oder eher vielleicht verdrängt?
00:05:08: Oder wie soll man das sagen?
00:05:09: Ich weiß es nicht, wie ich es am besten sagen soll.
00:05:13: Es ist plötzlich nicht da!
00:05:15: Ich erinnere mich dann wieder an vieles aber...
00:05:20: Man darf nicht vergessen das waren immer insgesamt sechs Wochen in denen du dann im Altenheim warst.
00:05:25: Du hast was im Zweierzimmer gelegen und dann kam sie ins Einzelzimmer?
00:05:30: Das
00:05:31: fehlt zu viel.
00:05:33: Aber das hat dir nicht gefallen, du warst ja ... Du wolltest lieber heute als morgen raus aus dem Altenheim.
00:05:38: War nicht der Ort wo du gerne sein wolltest?
00:05:41: Nein.
00:05:41: Die haben sich Mühe gegeben und es hast auch gewürdigt.
00:05:43: Ist ja auch sehr schön!
00:05:44: Und ich bin dankbar dass es solche Möglichkeiten gibt.
00:05:48: Ja aber für andere.
00:05:50: Also bis jetzt hoffe ich, dass
00:05:52: ... Für andere sollen sich damit erfreuen und wir wollen uns sozusagen lieber in der eigenen Wohnung erfreut.
00:05:57: Dann kam sie wieder zurück.
00:05:58: das ging aber auch natürlich dadurch aus einer deiner Kinder eine meiner Brüder wieder zurück aus dem Ausland kamen und für einige Monate zu Hause war.
00:06:08: wieder und da noch ist er da aber wird ja auch begrenzte Zeit sein Aber dann konnte er dich zumindest mal im Alltag unterstützen.
00:06:19: Ja,
00:06:20: ja.
00:06:21: Gut ich mache halt was ich kann mit natürlich nicht so schnell.
00:06:25: und dann darf man nicht vergessen Birgit die bringt ja immer
00:06:30: eine weitere meiner Schwestern Die in der Nähe wohnt, die bringt immer seine Nahrungsmittel.
00:06:35: Und dann gibt's noch ein Pflegedienst, da kommt zweimal die Woche zur Reinigung zum... Weil das jetzt, da wollte ich mal kurz erzählen, weil es glaub' ich schon wichtiger Punkt ist du wohnst in einer Wohnung, in der wir früher einmal vor vielen Jahrzehnten zu acht gewohnt haben.
00:06:50: Zu acht!
00:06:52: Fünf Kinder, deine Mutter und ihr Eltern also acht Personen.
00:06:57: Ja?
00:06:59: Jetzt wohnste Große und ganze Allein in der Wohnung.
00:07:03: Aber der Haken der Wohnung ist natürlich im zweiten Stock und ist natürlich vor sechzig Jahren gebaut.
00:07:09: Eigentlich nicht gebaut für Menschen, die ein bisschen gebrechlich sind oder?
00:07:15: Ja gut ich muss ja nicht dauernd runter spazieren.
00:07:18: Ich habe einen großen Balkon.
00:07:20: Ich laufe halt da auf
00:07:21: dem Balkon hin und her.
00:07:23: Und ich kann ja runterlaufen zum Briefgassen Treppen kann hier steigen.
00:07:29: Ja, aber trotzdem kann man ja sagen das sozusagen... Du versuchst so gut wie möglich damit umzugehen und die reden ja über Schicksale, die ja Millionen älterer Menschen haben.
00:07:38: Du bist ja nicht die Einzige der es so geht!
00:07:40: Und die meisten ältera Menschen wollen ja lieber doch noch in der eigenen Wohnung wohnen und eben nicht in eine Einrichtung.
00:07:48: Könntest du sagen was dich vor allem von so einer Einrichtungen abgehalten hat?
00:07:53: Was wäre das, was dich da vor allem stört daran?
00:07:56: Also neben den hohen Kosten natürlich, aber was wirklich verstirrt dich daran?
00:07:59: Also ich finde so lang man sich selber so gut es geht bewegen kann möchte ich zu Haus bleiben.
00:08:07: Okay also das geht mehr um das Zuhause verstehe ich das echt nicht.
00:08:11: na ja ich meine auch wir haben du hast ja fünf Kinder was eigentlich schön ist.
00:08:16: eins dazu wird dass fünf Kinder für verschiedene Meinungen haben mehr oder weniger.
00:08:21: Sehr
00:08:22: normal.
00:08:23: Na ja, und eine der Meinungen ist die, die einen sagt naja es ist auch schön im Heim, na?
00:08:28: Und die anderen sagt auf keinen Fall wir hassen Heime.
00:08:31: Deshalb habe ich vor keine
00:08:33: Ahnung.
00:08:33: Ja doch doch, meine Brüder sagen das ist egal wert.
00:08:35: Hassen?
00:08:35: Ja aber er merkt nicht oft was will ich in heim, was brauche ich nach heim.
00:08:39: Das ist alles Establishment, das brauchen wir nicht.
00:08:42: Und andere will dann sagen so schön da bist du versorgt, da kümmert man sich um dich.
00:08:46: Die verschiedenen Meinungen gibt's eben auch in der Familie, oder?
00:08:52: Deswegen haben wir ja die Meinungsfreiheit, dass sich jeder äußern kann wie er will.
00:08:56: So sieht es aus.
00:08:57: Na ja aber was ich damit sagen will ist dieser Übergang diese Zeit.
00:09:01: Wie geht man da mit um und das schon richtig?
00:09:03: Also das ist mir auch noch mal bewusst geworden jetzt in der Auseinandersetzung mit dir In diesen letzten Ja, kann man sagen Monaten eigentlich nochmal.
00:09:11: Dass dieser starke Wunsch der älteren Menschen doch in seinem eigenen Wir haben's vor beim Frühstück ein bisschen locker formuliert ... in der eigenen Höhle zu leben.
00:09:22: In deiner Ecke, den Braunbär, den wir damals geschlagen haben... Jetzt bloß noch ein Gerippe!
00:09:27: Aber vertraut, vertraute Braunbären oder?
00:09:29: Siehst du so
00:09:30: nicht?!
00:09:30: Also das vergleichste ich schon.
00:09:31: Okay also gut, da haben jetzt gleich hier ne Wohnung.
00:09:34: Ist ja gut.
00:09:34: Da ist keine Braunbäre.
00:09:36: aber wenn man da jetzt vorbeikommen würde, wir laden jetzt die Masse nicht ein, aber wenn wir da vorbeikkommen würden sehen es alles so bisschen.
00:09:43: Stil der Hausbewohnerin oder der Hausherrin kann man sagen Der Hausherrinn ist ein komischer Wort.
00:09:51: Die Hausfrau, der Hausdame.
00:09:57: Also das Thema älter werden.
00:09:58: Aber ich sage mal so was ich ganz beeindruckend finde, was ich jetzt an dir auch zuletzt lerne wenn wir schon beim Älterwerden sind.
00:10:05: Wie arrangiert man sich mit dem reduzierteren Möglichkeiten die man einfach hat?
00:10:14: Das glaube ich ein wichtiger Punkt.
00:10:15: Man hatte etwas weniger Möglichkeiten, wenn man älter
00:10:17: ist.
00:10:18: Also Reisen zum Beispiel.
00:10:20: Du sagst es reizt dich auch gar nicht mehr so zu Reisen?
00:10:23: Nein, ich war früher oft ... Dadurch weil Günther im Ausland war, waren wir viel unter
00:10:30: ... Einer meiner Brüder, Chefreiseleiter, da war dann viel unterwegs, dann hat er dich oft eingeladen oder?
00:10:35: Ja wirklich.
00:10:36: Ich und meinen Vater sind
00:10:37: viel unterwegs gewesen aber heute möchte ich das machen.
00:10:40: Jetzt gar nicht meer ne?
00:10:41: Nee
00:10:42: erstens habe ich die Kraft nicht mehr.
00:10:44: Ich glaube so akzeptieren, dass die eigene Kraft ein bisschen nachlässt.
00:10:49: Dass die Knappe wird.
00:10:51: Das ist ja eine wichtige Erkenntnis oder?
00:10:55: Da kann man nichts dran ändern!
00:10:57: Es ist nun einmal so... Man tut das was man noch kann und dann man ist
00:11:04: schneller müde.
00:11:04: Du hast früher mal netten Spruch immer gesagt als wir Kinder waren.
00:11:07: Man muss sich nach der Decke strecken.
00:11:10: So ähnlich ist
00:11:11: es.
00:11:11: Waren solche Worte die du auch gebraucht hattest.
00:11:13: Man sieht das falsch.
00:11:15: Gut, das ist richtig.
00:11:18: Okay also Thema älter werden aber natürlich ist das Thema Älterwerden auch eine Verlustgeschichte aber ich habe den Eindruck dass du mit diesem Verluste erstaunlich gut zurechtkommst oder?
00:11:28: Dass du dich gar nicht so grähmst dabei!
00:11:30: Nein ich bin auch nicht traurig mein Gott was ich halt noch kann kann ich und was nicht.
00:11:37: Wir werden das nachher am Ende bei der Philosophie, der Lehre aus unserem Alterwerden noch mal aufgreifen.
00:11:43: Gehen wir vielleicht mal jetzt nochmal einen Schritt zurück?
00:11:45: Aber vielleicht doch nochmal etwas zum Älterwerden.
00:11:48: Was glaube ich schon hilfreich ist das Gefühl dass man unterstützt werden kann.
00:11:52: Du hast es natürlich deine Kinder erwähnt, vor allem die eine Schwester von mir, die in der Nähe wohnt auch nach dir schaut, die eben regelmäßig guckt und was zu Essen vorbei bringt, auch drauf achtet.
00:12:05: klappt das mit dem Konto, ist immer Geld vorhanden und so was.
00:12:09: Das ist ja wichtig!
00:12:10: Man muss auch gemacht werden.
00:12:12: Man muss formale Dinge regeln, man mit der Krankenkasse, mit dem Pflegedienst... Da kümmert sich schon darum.
00:12:18: Das weiß man auch nicht.
00:12:20: jeder hat zur Verfügung.
00:12:22: Ich will mich nicht wiederholen aber ich bin sehr dankbar
00:12:27: für meine Arbeit.
00:12:28: Man braucht so jemanden an der Seite glaube ich.
00:12:31: Wer auch in der Nähe ist weil ich wohne Vierund Kilometer entfernt von dir, fast vierhundert Kilometer.
00:12:37: Da kann man bestimmte Sachen alltag nicht so regeln.
00:12:40: Das ist das Telefon, ich freue mich jeden Tag wenn wir miteinander sprechen können.
00:12:46: Ja gut es wird auch mal ein Tag kommen wo man nichts mehr kann.
00:12:51: Da kommen wir noch dazu.
00:12:56: Aber schauen uns nochmal ein bisschen diese anderen Sachen an, sozusagen die Geschichte unseres Daseins von früher.
00:13:02: Du hast ja schon eine eigene Geschichte über die wir früher als Kinder eigentlich kaum geredet haben muss ich sagen.
00:13:10: Wir haben eigentlich kaum was mitbekommen, früher von deiner Geschichte der Vertreibung.
00:13:15: Als du Kinder warst gar nicht drüber gerede.
00:13:18: Warum sollte man
00:13:20: Die Kinder belasten meinste.
00:13:22: Hast du mit anderen Erwachsenen darüber kommuniziert?
00:13:25: Mit anderen Gleichaltrigen?
00:13:26: oder war das eher ein Thema, was jeder damit sich ausgemacht hat?
00:13:30: Ja ich möchte dich serven!
00:13:31: War so ne?
00:13:33: Ich meine, vielleicht nur ganz kurz für unsere Zuhörerinnen und Zähler zur Information.
00:13:38: Du warst drei Zehn als du bist aufgewachsen in Meerisch Ostrau.
00:13:43: Das ist sozusagen, ich lag damals im Reichsprotektorat.
00:13:48: Böhme Meeren hieß es glaube ich oder so hellig?
00:13:50: Und das heißt die Deutschen haben das Anfang neununddreißig de facto besetzt.
00:13:57: Formal waren sie nicht besetzt des Reichspotektorats.
00:14:01: Die tschechischen Institutionen existierten nach wie vor, Rundfunk, Theater, Zeitungen.
00:14:06: Aber überall saßen die Deutschen und haben alles kontrolliert.
00:14:10: Du warst als Kind in der deutschen Schule, weil ihr die Deutsche zur deutschen Minderheit gehört hattet?
00:14:15: Genau!
00:14:15: Und dann hast du ja auch erlebt dass tschechiische Kinder auch euch gegenüber eher grimmig waren, eher wütend waren wenn man
00:14:23: schon mal
00:14:23: Steine geschmissen haben und sowas... Weil sie natürlich mitbekommen von ihren Eltern das sie unterdrückt wurden.
00:14:31: Aber du als Kind hast es ja gar nicht mitbekommen.
00:14:33: Hast du hier gar nicht verstanden?
00:14:35: Nein, wir haben halt ... Ich bin zweisprachig aufgewachsen.
00:14:40: Deutsch und Tschechisch, wir sind immer miteinander.
00:14:43: Mit den Nachbarn sind wir gut ausgekommen.
00:14:45: Ja.
00:14:46: – Ich weiß halt nur... Das liegt ja weit sehr zurück.
00:14:50: Da war einem Garten da wo wir gewohnt haben, Schirrbäume.
00:14:56: Und der hat mal eine Nachbarin gesagt Naja, das sind vier Bäume.
00:15:04: Familie Christchke sind ja viele Leute.
00:15:08: Ich hab's erst gar nicht begriffen.
00:15:10: Man wollte aufhäckern!
00:15:12: Ja,
00:15:13: das war aber schon nach dem Krieg gewesen.
00:15:15: Das war
00:15:17: so traurig!
00:15:18: Ich kann die Zeit spannen und das kann ich nicht mehr richtig einrichten...
00:15:21: Aber dann merkt man schon wie in den Leuten auch Hass- und Grimm lebten oder?
00:15:25: Ich habe es nicht verstehen können weil wir miteinander immer zwei Sprache geschickt haben.
00:15:32: ...gelebt haben.
00:15:33: Mein Vater hatte auch viele tscheckische Freunde
00:15:35: und
00:15:36: dann war die Feindseligkeit ganz unerklärbar.
00:15:38: Ja, mein Vater, der war da in Freibad gleich in der Nähe.
00:15:44: Da hat er oft ausgeholfen, wenn sie Liegestühle ausgeteilt haben usw.
00:15:51: Er war schon Frührennen wegen seinem Katzbeschwerden.
00:15:53: Genau!
00:15:55: Wir hatten ja einen sehr guten tschechischen Arzt...
00:15:58: Der geholfen hat?
00:15:59: ...der hat an meinen Vater was gegeben
00:16:04: Dass er nicht eingezogen hat.
00:16:05: Genau,
00:16:05: so war es halt gewesen.
00:16:09: Okay aber das heißt ihr habt irgendwie überlebt.
00:16:11: ich mein ist nette wahr?
00:16:12: wir haben es sind ja vor etwa dreieinhalb Jahren also vor deiner großen ...operations- und da warst du noch sehr lebendig, sehr beweglich gewesen.
00:16:20: Ja, beweglich war ich.
00:16:21: Sehr beweglich!
00:16:22: Da war ich ja mit dir und meiner Schwester, die ist ein Birgit, die in Schultgart lebt.
00:16:27: Wir haben zusammen eine Reise gemacht in Deine Heimatstadt nach Meerich rausgebaut.
00:16:31: In Stuttgart wohnt ja die Birge nicht, sondern
00:16:34: in Ludwigsburg.
00:16:34: Na ja, das
00:16:36: ist ja
00:16:36: klar.
00:16:36: Wir wissen dann gemeinsam nach... Meerisch Osttrau gefahren auf dem Weg nach meinem Prag und achtet zurück wegen meiner Marienbad, aber in Meerish Ostra haben wir vier Tage verbracht.
00:16:45: Und auch nochmal ausschauen nach deinen alten Wohnorten gehalten?
00:16:49: Ja das stimmt!
00:16:50: Das war schon sehr interessant muss ich sagen.
00:16:51: Da musste man eine Weile lang suchen weil natürlich die Straßen alle nicht mehr zu hießen.
00:16:56: Aber da hat uns jemand aus der Stadtverwaltung geholfen.
00:16:59: Der hat sogar noch das Archivkarte herausgefunden aus dem Jahr Die ganze Familie aufgelistet.
00:17:06: Das war
00:17:06: ja schon ein schönes.
00:17:08: Da wussten wir, wo ihr gewohnt habt, haben das Haus noch mal besichtigen können.
00:17:12: Ich weiß ich damit sagen wollte diese Zeit.
00:17:15: aber das ist sag' ich mal gemischte Erinnerung.
00:17:17: Aber dann kam nicht eine harte erinnerung als dann fünfe vierzig der krieg zu ende war.
00:17:22: Ihr hatte das glück dass ihr wart nicht ausgebompt.
00:17:25: dein vater war nicht im krieg als soldat weil er eben herzschwäche hatte deine Mit deiner Schwester, die große Schwester.
00:17:32: Die war Soldatin aber in der Nachrichteneinheit also nicht kämpfend.
00:17:36: Luftnachrichtenhelferin?
00:17:38: Ja genau!
00:17:39: Genau.
00:17:39: und dann kamen da der Krieg zu Ende für dich als dreizehnjährige alles ein bisschen unverständlich natürlich.
00:17:45: Dann kamt ihr in einen Lager wurden alle deutsche zusammengetrieben im Lager Und teilweise auch die Zechen die mit Deutschen verheiratet waren.
00:17:55: die kam aber gleich wieder frei.
00:17:57: Mit einem Tante-Fieder kamen auch die da mit dem Schickenfeierer.
00:18:02: Die kamen in den Schlager, wurden aber dann gleich freigelassen.
00:18:05: Hier blieb eine Weile und dann kam was ganz Erschreckendes eigentlich.
00:18:09: Vielleicht kannst du dich erinnern daran?
00:18:11: Hast Du uns ja auch erzählt dass dann alle Deutschen sozusagen ausgewiesen wurden?
00:18:19: Ja.
00:18:19: Waren glaube ich die Bänne steht Kräte waren das, der hat es von seinem eigenen Leib erlebt.
00:18:27: Nicht ausgewiesen wurde es, weil du noch keine Achtzehn warst.
00:18:32: Das heißt deine Mutter, deinen Vater und deine ältere Schwester kamen in einen Zug, wurden ausgewiesen, wurden die sowjetische Besatzungszone gebracht und irgendwie vor Richtung Dresden und vor Dresen irgendwo im Wald wurden sie ausgesetzt, mussten dann irgendwo weiterlaufen.
00:18:49: Aber du konntest nicht mit, du hättest auch gerne mit, aber Die kamen Sie nicht mitgelassen, sozusagen?
00:18:56: Minderjährige.
00:18:56: Du kamst dann zu deiner Tante und kamst noch mal in die schäkliche Schule oder?
00:19:01: Weil meine Tante mit den Schäken verheiratet war.
00:19:07: Da kamst du in der Tante, aber dann kamst auch in eine schäkelische Schule Und dann musste es doch eine schreckliche Zeit gewesen sein.
00:19:13: Insofern ... Ihr habt überlebt, das war positiv.
00:19:18: War positiv.
00:19:19: aber das Problem war ihr habt dann sozusagen nicht ... Ihr konntet nicht so was beschreiben.
00:19:27: Ihr konndet nicht die ... Du wusstest nicht wo deine Eltern sind?
00:19:35: Du wusstest das nicht.
00:19:36: Das heißt, wir haben ... Das war schon eine schwierige Zeit für dich auch gewesen?
00:19:41: Ja die Angst, ich wusste nicht was ist los mit meiner Schwester und meinen Eltern.
00:19:50: Das ist als Kind eigentlich noch ein ... Das kann man nicht beschreiben!
00:19:58: Ja, das grauenhaft.
00:19:59: Das war eine Zeit in der du wirklich in großer Unsicherheit gelebt hast.
00:20:03: Wie sie später rausstellte, hatte dein Vater oder deine Eltern regelmäßig Briefe an dich geschrieben die aber nie ankamen.
00:20:11: Also ein Jahr auf der völligen Unsicherkeit.
00:20:14: Dann hat das Rote Kreuz herausgefunden wo deine Eltern sind und es gab dann ein Jahr später eine Zusammenführung mit dir und deiner Mutter In Eisenach an der Grenze.
00:20:28: Ja, die waren in Dresden.
00:20:32: Die waren deine Eltern in Dressen?
00:20:33: Ja.
00:20:34: Und deine Mutter hat dann erfahren, dass du kommst.
00:20:35: aber du kamst nicht nach Dresd, sondern du bist dann sozusagen mit dem Zug ... Mit einem dieser Transportzüge nach Eisenach hast du deine Mutter wiedergesehen und dann erfahren
00:20:47: durch Zufall... Das ist alles so direkt wie verschwommen!
00:20:50: Was sagst du uns?
00:20:51: Aber ein paar Mal
00:20:51: erzählt.
00:20:52: Ja,
00:20:52: aber ich sage es jetzt im Alter... Früher hast du uns das nie erzählt!
00:20:56: Wir haben das früher nie erfahren.
00:20:57: diese Geschichte.
00:20:59: Die Erinnerungen waren zu traurig.
00:21:02: Waren
00:21:02: zu trauig.
00:21:03: ja, ja.
00:21:05: Ich will das gar nicht in einem Einzelnen hier ausführen, aber ein wichtiger Punkt ist dass ihr als Kriegsgeneration Dinge erlebt habt die ja doch in höchsten Maße anstrengend waren.
00:21:16: und trotzdem versucht man irgendwie weiterzukommen nach vorne zu blicken oder?
00:21:21: Das muss Das muss da weitergehen, oder?
00:21:24: Ja so war das sozusagen.
00:21:25: Es war diese Geschichte.
00:21:27: Gibt es noch irgendwas aus der Nachfiegsgeschichte was du vielleicht noch im jetzigen Zustand erwähnenswert findest wo man vielleicht nochmal etwas mal erwähnen sollte?
00:21:37: Naja
00:21:38: ich bin ja eigentlich dankbar... dass ich immer zurechtgefunden habe.
00:21:47: Dass ich ja... Ich weiß gar nicht, dass sich immer gute Menschen getroffen hat.
00:21:55: Das fällt ein ganz wichtiger Punkt also das man ängere oder weitere Gemeinschaft mit Menschen gefunden hat die einem auch zur Seite gestanden sind?
00:22:05: Oder zu Seite gestand?
00:22:06: wird es schon so viel gesagt?
00:22:08: Ja wer fasst du Wer fast so viel gesagt,
00:22:13: aber auf der
00:22:14: anderen Seite ... Die Menschen waren gut gewesen zu mir.
00:22:22: Ja, anders kann ich es gar nicht beschreiben.
00:22:25: Es gab ja viele Interesse, wir haben uns nicht alle Details, aber ich habe mir vielleicht eine Geschichte zum Beispiel einen als du dann aus mysteriösen Umständen wolltest gerne nach Stuttgart reisen weil er von Stuttgarts schon in Tschechien gehört hat ist.
00:22:38: Und also dann bei deiner Familie, deine Mutter oder Schwester in Ostdeutschland warst.
00:22:44: In Kabineu-Petersheim am Ende wart ihr gewesen.
00:22:47: Da hat sie aber nicht gefallen.
00:22:49: und dann wolltest du die Möglichkeit nutzen nach Stuttgart zu kommen?
00:22:53: Ja weil ich das erstes eigenartig weiß gar nicht wieso ich das... Die Stadt, die ich nie gekannt habe, meine Schwester hatte einen Bekannten gehabt Der war aus Ostbräußen.
00:23:10: Ich hieße den, glaube ich Stange, Alfred Stange.
00:23:16: Und der war... Was weiß ich?
00:23:19: War der in Stuttgart mal stationiert oder was?
00:23:22: Also für mich war der Name Stuttgarter.
00:23:25: Also ich kann es gar nicht beschreiben.
00:23:28: Hatte so etwas Magisches.
00:23:29: Ja!
00:23:30: Das
00:23:30: waren meine Sehnsuche.
00:23:32: So ein Versprechen.
00:23:33: Da
00:23:33: wollte ich hin.
00:23:36: Hat auch geklappt.
00:23:37: War mühsam, bis dann über Ecken... Also danach ins Lager kam es noch schluckert?
00:23:43: Nein, das war
00:23:44: ein Ulm.
00:23:45: Ein Ulm, genau!
00:23:46: Und wie ist das durchgangslager?
00:23:50: Ja
00:23:51: und ja, wie waren das Sie überhaupt, dass sie nach Stuttgart gekommen bin?
00:23:58: Aber da musste ich ja bei einer Familie... Du musst
00:24:00: die verpflichten für einen jahrlang Hausarztinke zu sein oder so was, ne?
00:24:03: Genau,
00:24:04: genau.
00:24:04: Das war eine Familie, die hatten Was hatten sie?
00:24:09: Drei Mädchen.
00:24:12: Und
00:24:12: einen Erwachsenen Stiefsohn, glaub ich.
00:24:17: Ich weiß nicht ... Da fehlt mir manchmal eine Lücke.
00:24:21: Denn ich hab ja dann erfahren, aber wie das war, weiß ich nicht, dass von meinem Vater der Onkel Pepi ...
00:24:30: Der wohnte in Esslinge, glaube ich.
00:24:31: Der
00:24:31: wohnt hier in Esslingen.
00:24:34: Einer der Brüder deines Vaters war.
00:24:37: Ja, und da ... ich weiß nicht.
00:24:40: Ich hab ja dann eine Haushaltsstelle in Stuttgart.
00:24:44: Also das fehlt mir so ein vieles.
00:24:46: Das
00:24:47: ist schon lange her, ne?
00:24:49: Aber es war wichtig, du musst dir verpflichten überhaupt, das Recht hattest nach Stuttgarter zu kommen.
00:24:54: Und sie hast gar nicht reingekommen!
00:24:56: Jetzt wollen wir die ganze Geschichte von Damals nicht weiter auf, weiter aufführen.
00:24:59: Aber vielleicht noch einen Punkt.
00:25:01: Ein Punkt, dass wir zum Schluss kommen unseres Beitrags Wenn man sagen würde, die Punkt ist ja was ist eigentlich die Lehre, die man aus all dem sieht.
00:25:11: Meines Altwerden hat seine Nachteile, hat seine Vorteile aber auch den Vorteil hattest dass man dann auch viel zurückblicken kann oder?
00:25:18: Natürlich!
00:25:19: Was würdest du sagen beim Alter das was du sozusagen als Botschaft, als Lehre vielleicht ziehen könntest?
00:25:31: Ja also ich finde man muss sich immer noch an allen beteiligen in Gedanken und lesen und versuchen, die Erinnerung wachzuhalten.
00:25:44: Daum reden wir über so Sachen auch, dass man sich ein bisschen aktualisiert.
00:25:48: Du hast eine Botschaft vor, ganz am Anfang angesprochen, die ich vielleicht nur zum Abschied nochmal andeuten und unterstreichen möchte.
00:25:56: Das ist ja die Botschaft zu sagen wie kann man eigentlich mit der Welt in Schrien leben?
00:26:03: Ja,
00:26:03: natürlich.
00:26:05: Man sollte versuchen keinen Streit untereinander zu haben, egal nicht nur in der Familie sondern halt allgemein.
00:26:16: Weltweit?
00:26:20: Ich denke wenigstens bedacht das.
00:26:23: ich weiß ja nicht wie andere das sehen.
00:26:26: Das werden wir vermutlich nie wirklich erfahren.
00:26:30: Meist Leute sind ja nicht so offenherzig und erzählen einem, was sie wirklich denken oder?
00:26:35: Ich weiß es nicht.
00:26:36: aber jedenfalls ich hoffe dass man miteinander sich verträgt eine Kenntnis drüber lachen.
00:26:45: ich beteilte dafür Ja
00:26:47: das ist doch ne religiöse Haltung ist kein Fehler.
00:26:50: Aber was ich sagen also dass du na also was vom wisst ihr punkt ist glaube ich auch so dieses die Menschen ihre Verschiedenheit anzunehmen.
00:26:58: Das
00:26:59: ist wichtig!
00:26:59: Ich
00:27:00: glaube auch ein wichtiger Punkt, oder?
00:27:01: Das ist ganz wichtig.
00:27:04: Jeder Mensch hat seine Fehler und guten Seiten.
00:27:08: Und ich denke immer sag's halt mal lieber nichts... Dann kommst du in Frieden aus.
00:27:17: Okay das fällt mir nicht so einfach mal über nix zu sagen.
00:27:20: Jeder hat seinen Temperament.
00:27:22: Man muss ja nicht streiten man kann hier seine Meinung äußern.
00:27:27: Noch haben wir Ermeinungsfreiheit.
00:27:30: Ich kann dann halt sagen, ich will ja nicht irgendwie von jemandem was fordern oder erwarten.
00:27:36: Also ich hoffe dass sich keinen Grund zu streiten.
00:27:42: Lieferst der?
00:27:42: Ja.
00:27:44: Dann sind wir langsam zum Ende.
00:27:47: Zum Ende werden wir gleich unsere Podcast beenden.
00:27:53: Ich bedanke mich ganz herzlich bei dir, für dein Gespräch.
00:27:57: Und möchte jetzt hier ... Warte noch, mich hier mit zu abschieben.
00:28:01: Herr, vielen Dank fürs Mithören, bis du dabei sein.
00:28:06: Also jedenfalls ich möchte mich bedanken, dass sich solche gute Kinder hat.
00:28:11: Das ist aber nett, das sei nett!
00:28:12: Okay, das wollte ich gar nicht hören.
00:28:14: Aber macht ja nix, stand zum Gut.
00:28:16: Ganz herzlichen Dank.
00:28:17: Das war Folge Acht des E-Supportgastes Älterwerden Fortschritt der ISE Podcast, Gespräche über soziale Nachhaltigkeit und was sonst wirklich wichtig ist.
00:28:27: Ich danke dir dafür dass du dabei warst.
00:28:30: Danke sehr!
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