17 - Fortschritt - der ISÖ-Podcast - Folge 17 - Was wirkt gegen Armut?
Shownotes
Katja Kipping im Netz: https://de.wikipedia.org/wiki/Katja_Kipping
Katja Kipping, Geschäftsführerin, Abteilungsleiterin Sozialpolitik, Europa & Klima – Der Paritätische, Bundesverband: https://www.der-paritaetische.de/themen/sozialpolitik-europa-klima/
Studie zur Wohnarmut: https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/paritaetische-studie-zur-wohnarmut-in-deutschland-zeigt-wohnkosten-treiben-armutszahlen-von-13-auf-184-millionen/
Umfrage unter sozialen Einrichtungen zur Auswirkung des Klimawandel auf soziale Einrichtungen: https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/dringender-handlungsbedarf-fast-70-prozent-der-befragten-einrichtungen-leiden-bereits-unter-extremwetterfolgen/
65% der Wohlfahrtsorganisationen mussten bereits in den vergangenen 2 Jahren Einrichtungen schließen oder Angebote einschränken, Umfrage der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAG FW): https://www.bagfw.de/veroeffentlichungen/stellungnahmen/positionen/detail-1/freie-wohlfahrtspflege-warnt
Im Podcast erwähnte Studie von DIFIS, ISÖ und DIW zum Verhältnis von Klima- und Sozialpolitik: https://www.isoe.org/projekte/abgeschlossene-projekte/klima-umwelt-und-sozialpolitik-in-der-neuen-legislaturperiode-probleme-und-aufgaben/
Hier der im Podcast erwähnte gemeinsame Aufsatz von Katja Kipping, Michael Opielka und Bodo Ramelow zum Grundeinkommen aus dem Jahr 2006: https://www.isoe.org/veroeffentlichungen/aufsaetze/katja-kipping-michael-opielka-bodo-ramelow-sind-wir-hier-bei-wuensch-dir-was-2006/
Und hier das im Podcast erwähnte Buch "Der weite Weg zum Bürgergeld" https://www.isoe.org/veroeffentlichungen/buecher/der-weite-weg-zum-buergergeld-2024/
Transkript anzeigen
00:00:13: Herzlich willkommen zu Fortschritt der Easy Podcast Gespräche über soziale Nachhaltigkeit und was sonst wirklich wichtig ist.
00:00:23: Heute Folge siebzehn, Was wirkt gegen Armut?
00:00:29: Und unsere gemeinsame Gesprächspartnerin heute ist Katja Kipping.
00:00:33: Hallo!
00:00:34: Ja, ich habe die Geschäftsführerin des paritätischen Gesamtverbandes, also der Bundesorganisation des Paritätischen Wohlfahrtsbandes.
00:00:44: Aber natürlich nicht nur das!
00:00:46: Du hast ja auch noch eine längere Geschichte die wir teilweise auch gemeinsam haben.
00:00:49: Stimmt?
00:00:49: So dass wir jetzt im heutigen Gespräch verschiedene Themen ansprechen werden.
00:00:55: Das Thema was wird gegen Armut holt dich jetzt mal ab bei deiner aktuellen Rolle, eben als Lobbyistin für Armut.
00:01:03: Aber du bist ja auch in deiner Abteilung...
00:01:04: Lobby isst ihn zur Überwindung von Armut, würde ich sagen?
00:01:07: Nein, Entschuldigung,
00:01:07: nein, das hab' ich.
00:01:08: So bist Du für die Armen!
00:01:10: Für die Armen und nicht für die Armut ist natürlich Albert.
00:01:12: also Entschuligung.
00:01:13: danke für die Korrektur.
00:01:14: bitte korrigier mich noch mehrmals Ich mach's aber auch wenn es mir auffällt.
00:01:19: Also des Thema Armut.
00:01:21: aber natürlich nicht nur Armut du bist auch mit zuständig Dein Bereich im Paritätischen für Klimawandel und soziale Arbeit, generell auch für soziale Arbeiten.
00:01:32: Und vielleicht doch noch mal am Anfang zwei drei Stationen damit man mit denjenigen die dich nicht kennen dich auch noch ein bisschen kennenlernen.
00:01:39: du musst aber bitte ergänzen wir haben uns kennengelernt als wir vor Es fast ein
00:01:46: Vierteljahrhundert
00:01:48: her.
00:01:48: Ja, so ist es hier in Berlin übrigens das Netzwerk Grundeinkommenge.
00:01:53: Das war an dem Tag wo der Bundesrat über die Einführung von Hartz IV abgestimmt hat.
00:01:58: da haben wir das Netzwerke gegründet.
00:02:00: Damals war ich stellvertretender Vorsitzende der Partei Die Linke
00:02:05: und du warst Landtagsabgeordnete in Sachsen.
00:02:07: Da haben wir uns auch kennengelernt.
00:02:09: Wir haben zuerst mal in Dresden getroffen.
00:02:14: und mir waren noch die Birke Zänker, die Initiatoren das Ganze.
00:02:19: Auf einer anderen K-Gruppe nämlich von der katholischen Arbeit.
00:02:23: Wir drei haben es damals ins Leben gerufen Und wir werden auf dieses Thema auch nochmal kommen, Grundeinkommen.
00:02:29: Wie steht man dazu?
00:02:30: Aber du hast dann viele weitere Stationen... Da waren
00:02:32: viele damals beteiligt.
00:02:34: Ronald Plaschkund und wir waren.
00:02:35: und auch viele Initiativen und wir hatten damals gemerkt dass es für die Idee des Grundeinkommens in vielen Organisationen wirklich begeistert wird.
00:02:44: Für Wörter gibt aber zugleich keine Organisation das irgendwie bisher eine Mehrheitsposition war und wir fanden das ist ein wichtiger Diskurs
00:02:54: Das finde ich immer noch.
00:02:57: Wir haben das Thema Grundeinkommen, aber ich möchte dich ein bisschen weiter einführen.
00:03:04: Du warst ja nicht bloß stellvertretende Vorsitzender der Partei Die Linken sondern du warst auch irgendwann Bundesvorsitzende.
00:03:10: und wie hieß es genau?
00:03:12: Neun Jahre lang.
00:03:14: Ich war am sechzehn Jahre hier im Bundestag als Abgeordnete gewürgt Und war zwischendurch auch Vorsitzende vom Ausschuss Arbeit und Soziales.
00:03:25: Ich habe in der Zeit meine Tochter bekommen, also auch sagen durch wie es ist still Rhythmus und Abgeordneten da sein zusammen zu bringen.
00:03:35: Und dann endete das Kapitel Bundestag als ich Sozialsenatoren in Berlin wurde.
00:03:41: Das war das stressigste und zugleich würde ich sagen schönste politische Kapitel, und das endete leider viel zu schnell weil es in Berlin Wiederholungswahlen gab.
00:03:51: Auch wenn alle gesagt haben auch mit dir hätten wir gerne weiter gearbeitet hat sich die SPD für eine andere Regierungskoalition entschieden und damit war ich selber an der Situation mich neu orientieren zu müssen.
00:04:00: Und das war eine unglaublich interessante Zeit.
00:04:06: In der bin ich ehrenamtlich Rettungsschwimmerin geworden und habe dann meine neue politische Heimat gefunden beim paritätischen Gesamtverband jetzt als Geschäftsführerin.
00:04:18: Okay, jetzt hast du das herwunderbar noch weiter ergänzt nämlich was ich so ein bisschen rudimentär angedeutet habe.
00:04:24: also dein Weg ging sozusagen aus der Landespolitik.
00:04:30: Und aus
00:04:31: Dresden?
00:04:32: Das war ja auch in der Kommunalpolitik.
00:04:35: In der kommunalen Politik Dresdens ist mein Wahlkreis meiner Heimat statt gewesen, also das hat schon eine wichtige Rolle.
00:04:40: Ich habe ganz lange hin und her gependelt zwischen Berlin und Dresen als sagen wir meine Tochter hat im Zug dazwischen des Krabbeln gelernt.
00:04:47: Ja und erst als ich Senatorin in Berlin würde, bin ich dann komplett nach Berlin gewachsen.
00:04:52: Auf halt noch einen Punkt zur ... zur Geschichte.
00:04:58: Du bist von deiner Ausbildung nach meiner Erinnerung, bist du ... ... Sprachwissenschaftlerin.
00:05:04: oder haben das falsche Erinnerungen?
00:05:07: Nach dem Abitur habe ich ein freiwilliges Soziales Jahr im Ausland gemacht in einem Vorort von St.
00:05:11: Petersburg weil ich dachte bevor man sich jetzt festlegt tut es gut sich mal irgendwo auszuprobieren.
00:05:16: sehr lustig.
00:05:16: jetzt in der Wohlfahrtspflege hab' ich auch wieder mit Freiwilligen diensten zu tun.
00:05:20: ja und wir haben die auch sozusagen verteidigt gegen Kürzung.
00:05:23: Und als ich zurückkam, hatte ich zwei Studiumzulassungen.
00:05:25: Das eine war zur Rechtswissenschaft und das andere war würde ich sagen eigentlich ne bodenlose Kunstmagisterstudiengangslavistikamerikanistik- und rechtswissenschaft nur im Nebenfach.
00:05:35: Ich habe mich irgendwie aus einem sehr irrationalen Impuls heraus dafür entschieden dann das Magisterstudium zu machen und dieses vernünftige Studium der Rechtswissenschaft nicht zu machen.
00:05:46: Ich würde immer jedem Menschen heute das anders empfehlen, aber für mich war es trotzdem ein Segen.
00:05:51: Weil ich habe dieses Studium angefangen und dann gab es Studentenproteste und im Zuge dessen bin ich in die Politik gekommen und habe so geschafft meinen Studium auch sehr mit sehr guten Ergebnissen abzuschließen obwohl ich schon dann Abgeordnete im Landtag war.
00:06:06: Und so kam eins zum anderen und damit war ich in der Politik.
00:06:09: Und ich dachte erst, das ist nur kurz mal eine kurze Episode aber es hat mich dann am Ende doch ein Vierteljahrhundert lang die parteipolitische Engagement im Beschlag genommen.
00:06:19: Ja wir wollen heute und heute besprechen nie im Zentrum der Parteipolitik sprechen sondern wir wollen ja auch über deinen Kampf gegen Armut persönlich.
00:06:30: biografische Seite ist mir wichtig.
00:06:31: Wir sitzen übrigens nur an Anmerkungen, die uns dann im Video sehen, sehen im Hintergrund den Reistag sogar die Reistagskuppel einer kleinen Ecke in der Kamera.
00:06:42: da sitzen wir eigentlich nur deswegen weil in deinem neuen Büro Wo wir eigentlich sitzen wollten, nämlich das Paritätische.
00:06:48: Die wechseln jetzt in wenigen Tagen, wächstet ihr eurer Geschäftsstelle?
00:06:52: Da dürfen wir nicht rein, weil irgendwie eine Abnahme noch nicht erfolgt
00:06:55: ist.
00:06:55: Genau ja, wird ziehen um als Geschäftsführer.
00:06:57: Es wird ganz toll aber wie es so ist bei jedem Bauprojekt.
00:07:00: Das gibt ungeplante Verzögerung Und wir haben Gott sei Dank hier Asyl bekommen.
00:07:06: Asyl
00:07:06: gefunden, wer mit Asyl gut ist?
00:07:07: Etwas Nobles-Asyl aber gut!
00:07:09: Aber das ist auch ein demokratisches Asyl.
00:07:11: Hier sitzen wir im Bürobereich der Vizepräsidentin des Bundestages und das hat eine hübsche Blick heraus.
00:07:17: Gut, unser Themen... Wir wollten uns einfach nochmal inhaltig mit Frieden sagen beschäftigen.
00:07:21: du hast ja schon angedeutet wo du herkommst Politikerin, auch wenn du eine ganz nette Kombination.
00:07:29: Du warst ja, du hast Slawistik und Amerikanistik studiert also in dir selber war dieses Ost-West Thema schon von der Studienanlage da und das hatte ich auch persönlich auch.
00:07:39: genau diese Brückenseite oder dieses Wahrnehmen dieser unterschiedlichen Stimmungen.
00:07:45: Das sind ja auch ganze... Also wenn ich jetzt darüber so wäre was ich bin aber ich bin dann diese Volksgeister oder diese Menschenheitsgeister ist eine unterschiedliche Stimmung die wir im Westen und dem Osten haben.
00:07:57: Bei mir ging der Weg über die Literatur.
00:08:02: Und ich habe in der Tat in St.
00:08:04: Petersburg, also in Russland ein Jahr lang ... Ja, mit jungen Menschen die in der Berufsausbildung waren zusammengearbeitet und dann in Chicago habe ich im Zugemeines Studiums Spenden für den Umweltschutz gesammelt.
00:08:16: Ich bin da von Tür zu Tür gegangen und hab das Kennwässing kennengelernt.
00:08:20: Das war sozusagen das erste.
00:08:21: für Haustürgespräche, die ja heute so gefeiert werden und praktiziert werden hatte ich dort schon mal kennengelernen.
00:08:30: Ja und würde im Ergebnis sagen, die Literaturen beiden Ländern und Kulturen hat mich schwer beeindruckt und begeistert.
00:08:39: Aber politisch hat es mich eher von Europa überzeugt.
00:08:44: Also das Weltkind, die Weltkippling in der Mitte sozusagen?
00:08:48: Es geht mir ums Handy wobei ich natürlich nicht diese Osterfahrung habe wie du, die aus deiner Geburt in der DDR Zeit resultiert.
00:08:55: Du warst ja noch... Junge Pionierin glaube ich auch ganz am Anfang.
00:08:58: Genau,
00:08:59: mich hat die Wende genau in der Zeit der Pubertät getroffen also ich hatte noch bei Jungpionieren noch ein Jahr Thema im Pionieren und dann kamen die Wände... ...und die Pubertäte zugleich!
00:09:08: Und Milly Vanilli lief auf einmal im Fernsehen.
00:09:11: Das
00:09:11: ist natürlich eine Geschmacksfrage aber gut bleiben wir trotzdem.
00:09:15: Ich finde das schon mir ist es ein Anliegen weil ich denke dass wir diese verschiedenen Impulse die in unserer Welt sind.
00:09:20: Also das Thema.
00:09:21: jetzt haben wir nur an Ost- und West jetzt mal USA Russland was ja den Kalten Krieg massiv geprägt hat.
00:09:27: Wenn wir heute in die Welt auf die Welt gucken, dann haben wir noch einen viel weiteren Blick von West und Ost.
00:09:33: Denn da kommen wir vielleicht auch noch dazu, wobei das ist nicht, glaube ich, dass du auch für Internationale zuständig bist bei Kali?
00:09:40: Nein.
00:09:40: Bist du nicht zuständig?
00:09:41: Okay aber gut!
00:09:43: Dann lassen uns mal auf die Seite... Ost ist heutzutage ja auch, China ist Asien.
00:09:48: Wir haben den Süden der war lange Zeit spielte in der Wahrnehmung des politischen Rahmens eine geringe Rolle höchstens als Ausbeutungskontext oder wo man irgendwo mal Renault-Zerrossa jagt.
00:09:59: und natürlich Südamerika die Welt wenn wir uns insgesamt lassen.
00:10:02: ich sage das nur deswegen hier damit du als Zuhörerin oder zuhören nicht denkst.
00:10:06: wir sind also suborniert und schauen nur auf Europa und Ost und West aber Im Kontext des großen Ganzen spielt natürlich diese Dichotomie östlicher, slabischer Kultur und westliche agnoramerikanische Kultur.
00:10:20: Und wir als Europäer und als Deutsche irgendwie dazwischen schon eine große Rolle.
00:10:25: Ein bisschen auch im Feld des Ostdeutschland-Westdeutsche Land.
00:10:29: In Ostdeutchen hat man viel größere Affinität zur russischen Mentalität da.
00:10:34: Zumindest ein größeres Verständnis für das Russische.
00:10:37: Bisschen auch dazu, dass man Putin verstehe.
00:10:40: Neue Ostdeutsche Allgemeine habe ich mir gekauft.
00:10:42: Jungs denken, was ist denn das für ein Blatt?
00:10:45: Also von dem Friedrich...
00:10:48: Ich finde jetzt bei aller Begeisterung für die russische Sprache und die Literatur, also was ich wirklich nicht nachvollziehbar finde, den Wunsch nach einer friedlichen Welt zusammenbringen kann mit Verständnis für Putin.
00:11:05: Also was da in den Köpfen an Vorträngungsleistung gemacht wird, wer also wieder auch manchmal gesprochen wird?
00:11:11: Es gibt das Blutvergießen in der Ukraine wo ich sage jetzt müssen wir es schon mal beim Namen nennen.
00:11:14: Das ist ein Angriffskrieg den Russland gegenüber Ukraine gestartet hat und das muss man auch so benennen und das hat sich irgendwie an die Seite von Russland zustande.
00:11:24: hat nichts mit Friedenspolitik zu tun ja aber vielleicht weg vom Thema was wird gegen Armut.
00:11:32: Aber ich möchte, dass man dich ein bisschen besser war seit der Hintergrund.
00:11:35: Ich erinnere mich du hast auch einmal herausgegriffen einer Zeitschrift die sich genau mit diesen Fragen beschäftigt
00:11:41: hat.
00:11:42: Prager Fühling ist die Zeitung ja genau.
00:11:44: es ging schon um das dann auch darum Reformsozialistische Ansätze nochmal in der Geschichte stark zu machen.
00:11:52: und was uns aber am Prager Frühling damals auch fasziniert hatte, war damals gab es ein sehr starkes Wechselspiel zwischen Entwicklung in der Welt der Kunst, der Literatur- und politischen Reformbewegung.
00:12:02: Es war am Ende eine Kafka-Konferenz wo es um die Interpretation eines literarischen Werks ging, die damals nach Tschechoslowakischen Republik mit den Impuls gegeben hat für eine Demokratie bewegen, die dann leider auch sehr blutig niedergeschlagen wurde.
00:12:16: Aber wenn man so merkt da gibt's Das manchmal, woher jede für diese nachhaltige gesellschaftliche Weiterentwicklung jeder Fortschritt ging auch oft einher mit weiter Entwicklung und Aufbrüchen in der Welt von Kultur, Ästhetik und Literatur.
00:12:33: Also das dritte Weg war ja das Slogan damals von Dubcek und seinen Kollegen Ja aber dann du hast gesagt Aber gut, vielleicht geht man doch uns an weil es was wirkt gegen Armut heißt, dass überhaupt mal irgendjemand was gegen Armut bewirken will.
00:12:48: Sonst spricht ja auch nix.
00:12:49: Also meine Frage geht mal wirklich zu unserem Ausgangs- und Hauptthema mal zu du bist jetzt ein Stück weit Lobbyistin warst das auch lange Zeit?
00:12:56: Auch als Senatorin hast du dich so verstanden als Lobbyisten für Arme, für Menschen die benachteiligt sind.
00:13:01: oder habe ich das falsche Erinnerung?
00:13:04: Ja, das stimmt.
00:13:05: Ich war für soziale Integration und Arbeit zuständig.
00:13:08: War natürlich in der Funktion auch oft Adressaten von Lobbyismus, weil ich verstehe mich ja nicht als Lobbyistin per se, sondern als Soziallobbyisten.
00:13:16: Also für ein Anliegen, wenn dann so manchmal eher Politikberatung... oder gesellschaftliche Intervention und es geht überhaupt erst manchmal darum, dass so der Scheinwerfer auf ein Problem geht.
00:13:29: Weil bei Bertolt Brecht heißt das ja so treffen doch die im dunklen sieht man nicht.
00:13:34: Das würde ich heute noch ergänzen.
00:13:36: Und wenn über Armutsbetroffene gesprochen wird, dann oft in einem absoluten Zerrbild in der Karikatur ihrer selbst, indem sie eigentlich nur als Faulensohn-Sozialschmarotze abgetan werden.
00:13:46: und ich sehe eine Aufgabe von uns als Wohlfahrten – das paratete ich auch darin, dass man da der Scheinwerfer drauf geht auf die Probleme mit denen, die tagtäglich zu kämpfen haben.
00:13:55: Also dein Kollege weiß nicht wie du sagen wirst?
00:13:58: Ist es vorgesetzter, wenn er Hauptgeschäftswürde
00:14:00: sagt?
00:14:02: Ja genau!
00:14:04: Der hat ja jüngst wieder verkündet, der war glaube ich in der Anhörung zum neuen Armuts- und Reichtumsbericht gewesen.
00:14:10: Da habe ich auch seine Blenden gelesen.
00:14:11: aber das ist auch ein Thema mit deinem Thema.
00:14:14: Aber dann legt doch mal einfach ein bisschen los aus deiner Sicht wo vielleicht kann man die beiden Sachen beleucht?
00:14:19: Also wo siehst du eigentlich das Armutsproblem dagegen?
00:14:23: Und dann auch die Wirksamkeit, was
00:14:25: man dagegen tun kann.
00:14:26: Beginn doch erst mal mit einer Problembeschreibung.
00:14:28: Also wir erleben zum einen dass es eine Verscherfung von Armut ergibt.
00:14:32: das erhebt mir in unserem jährlich erscheinten paritätischen Armutsbericht wie belegen wir das?
00:14:38: indem wir schauen was inflationsbereinigt im Schnitt ein armer Mensch einen armer Haushalt zur Verfügung kann.
00:14:44: und das heißt von dem Geld was Arme zur verfügung haben können sie sich heute weniger leisten als noch vor vier Jahren.
00:14:50: ganz einfach ausgedrückt arme werden immer eher.
00:14:53: Das ist ein Problem und daraus führt natürlich am Ende auch zu mehr.
00:14:58: Die Wissenschaft würde sagen materielle Deprivation.
00:15:00: Man kann es einfach übersetzen in materielle Entbehrung, wir haben zum Beispiel untersucht bei Grundsicherungsbeziehenden jeder Zweite ist nicht in der Lage abgenutzte Möbel zu ersetzen, jede dritte nicht in die Lage abgetragene Kleidung zuersetzen.
00:15:14: Zwanzig Prozent haben wirklich ein Problem Zahlungsrückstände zu erfüllen.
00:15:18: das heißt und Klartext machen Schulden.
00:15:20: Faktisch haben wir überhaupt keinen Vermögen da noch nicht vergessen.
00:15:24: Das kommt eh noch dazu ganz weniger ein bisschen schon vor Vermögen, aber das braucht man vielleicht um mal was zu kompensieren wenn es auf einmal in Haushaltsgeräten wichtiges kaputt geht oder man auf einmal doch ein Job Interview hat und sich dann vielleicht noch mal ein neues Schakett kaufen möchte.
00:15:39: So eine Sache, wie gesagt.
00:15:41: Also erst mal wir haben wirklich ne Verschärfung und es ist mit materieller Entbehrung verbunden.
00:15:46: ja deswegen ist dieses Zerbel dass sie da alle in Luxus willen wohnen das regt mich unglaublich auf.
00:15:51: Und es ist nicht nur eine materielle Dimension.
00:15:53: hinzukommt auch finde ich wir Es gibt eine psychologische Bestrafung.
00:15:57: weil dadurch das so abfällig über Jahre hinweg auch von der Politik über diese Menschen gesprochen wurden Haben die immer noch das Gefühl Sie haben so ein keins Mal auf der Stürmung gelten als Buhmann oder Büffrau Der Nation.
00:16:07: also man bestraft sie doppelt neben materielenden Behrungen.
00:16:10: Scham kommt dazu.
00:16:11: Und das Dritte ist natürlich, es geht mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen aber auch mit Vereinsamung einher.
00:16:17: also mir hat mal jemand gesagt mit Arbeitslosigkeit und Armut den Lebensraum schrumpft immer mehr zusammen weil man kaum noch irgendwo hingehen kann sich auch ganz vieles nicht mehr leisten kann was fast überall verzerrt zwar gibt und man ja irgendwas bezahlen muss.
00:16:31: am Ende schrumps auf die eigenen vier Wände zusammen und einige arbeiten ja mit Obdachlosen haben nicht mehr mehr die eigenen Verwänder.
00:16:37: also das ist die Problemlage Darüber berichten wir.
00:16:41: Und jetzt aber natürlich geht es uns nicht nur darum, Probleme zu benennen sondern ich finde immer das was Mut macht ist über Lösungen zu reden.
00:16:47: deswegen steht am Ende jedes Armutsbericht und jeder Stellungnahme von uns stehen auch Lösungsvorschläge.
00:16:53: Ich sage mal drei Ansatzpunkte.
00:16:55: Das erste ist was natürlich hilft sind ordentliche Löhne.
00:16:59: Das heißt guter Mindestlohn bin ich froh dass ich die mit erkämpft habe Aber auch sowas wie Tariftreue.
00:17:04: also ich finde wenn der Staat Steuergeld in die Hand nimmt und das Unternehmen für irgendwas gibt dann muss man von den Unternehmen auch verlangen können, dass die ordentlich nach Tarif bezahlen.
00:17:13: Also nicht das wir am Ende noch mit Steuergeldern Aufträge auslösen bei Unternehmen, die Lunddumping machen und ihre Leute so schlicht bezahlen, dass sie nur am Ende des Tages noch Aufstocken zur Sozialleistung bekommen wollen.
00:17:22: also deswegen tariftreue habe ich in Berliner Senatoren mit eingeführt und freue mich sehr, dass es jetzt auf Bundesebene kommt.
00:17:29: Zweite Sache ganz schlicht erhält es nicht alles aber unterhalb der Armutsschwelle braucht es erst mal vor allem Geld, weil das hilft gegen Armut und das heißt wir brauchen armutsfeste Sozialleistungen.
00:17:43: Wir berechnen immer dass die Lücke zwischen dem was die Sozialeistung abdecken und dem wo die Armutsgrenze ist die wächst.
00:17:50: Und das dritte ist Infrastruktur also soziale Nutzagen Sachen oder könnte man auch als indirekte Geldzahlung sehen, in dem es halt im Angebot gibt die für alle nutzbar sind.
00:18:02: Die werden auf diesem besonders ärmere Menschen mit niedrigen Einkommen angewiesen.
00:18:07: und jetzt kommt der dritte Punkt.
00:18:09: wir wissen das Wohnen der größte Armutstreiber ist also steigende Mieten fressen Löhne und Renten auf und d.h.
00:18:17: Mieterschutz sozialer Wohnungsbau und alles was die Explosion der Mieten dämmt.
00:18:23: Das ist ein aktiver Beitrag Beim Schutz verarmut, aber auch um den kleinen Wohlstand der mittleren Einkommen zu schützen.
00:18:33: Den kleinen Wohlstand?
00:18:35: Das klingt ja wirklich... Aha!
00:18:37: Klingt da gar nicht so links oder?
00:18:39: Ja, ich weiß es schon gar nicht wieso.
00:18:42: Also mein Anliegen ist jetzt auch nicht besonders links zu klinken.
00:18:45: Ich bin jetzt bei der Wohlfahrt, aber ich würde sagen Das muss schon die im Blick nehmen.
00:18:50: Also mit jemandem gesellschaftlich sagen, wünsche ich mir, dass es eine viel stärkere Solidarität und Verbrüderung, Verschwesterung zwischen den Menschen, die mittleres Einkommen haben, denen die ganz wenig haben.
00:19:01: Das Gegenteil ist der Fall... Wir erleben ja eher ein gegeneinander
00:19:04: auch das Spiel.
00:19:04: Es ist ein Problem, aber vorzuhändig!
00:19:06: Zu diesem Thema fällt mir sofort ein etwas was ihr glaube ich nicht auf dem Bildschirm habt, aber was mir richtig ins Augen fliegt als ich zufälligerweise im Sommer zwei Tausend Fünfzehn in Athen Urlaub machte.
00:19:18: Das war das Krisenjahr, Eurokrisenjahre.
00:19:21: zu Zipras wurde Premier und die Banken schlossen.
00:19:25: Und ich habe damals in der Reihe von Gesprächen geführt mit verschiedenen Leuten aus verschiedenen gesellschaftlichen Feldern unter anderem und dann habe ich eines gelernt – es hätte ich wissen können, aber ich hab's nicht gewusst – dass wir in Griechenland, wenn sie auch manche anderen mit literalen Ländern haben eine Eigentumsquote im Wohneigentum von achtzig Prozent In Deutschland liegt sich in Berlin bei dreißig bis vierzig Prozent.
00:19:49: Das heißt, das hatte den Leuten auch eine gewisse Resilienz gegeben.
00:19:53: also ich meine wenn du deine Wohnungen hast, deine eigene Wohnung hast gut das Problem war.
00:19:59: dann haben wir es zum Beispiel einfach den Banken verboten dass sie die Leute jetzt auf der Straße setzen dürfen wenn sie die Darlehen nicht bedienen können.
00:20:07: Es kann auch heute bei uns.
00:20:10: Ich sag mal so, ich komme jetzt darauf wegen deinen kleinen Vermögen der mittleren Einkommensgruppe.
00:20:15: Weil das... Ich persönlich halte es für ein ganz großes Problem.
00:20:18: Ich komme aus einer armen Familie, wir waren am Arbeiterfamilie und haben uns nicht als Arm erlebt weil wir keinen Vergleich hatten.
00:20:25: aber objektiv waren wir arm.
00:20:27: also ich war der Älteste zum Glück so dass ich die Sachen auftragen musste aber der Rest wusste er auftragen Und ich war da in einem Elite-Gymnasium.
00:20:34: dann fiel mir natürlich auch bei den Leben ja ganz anders.
00:20:37: Meine Klassen kann man eben völlig anders.
00:20:38: Also ich, also von da ist es mir erinnerlich geblieben.
00:20:43: Ich habe diese Schicht oder Klassenunterschiede, die sind mir sehr prägenant im Bewusstsein.
00:20:48: und eines der schlimmsten Dinge was du haben kannst als armer Mensch, dass du Dinge, die du auch vielleicht anderen zugesagt hast zu zahlen oder auch Schulden einfach nicht bedienen kannst.
00:20:59: Dass dein Konter immer im Minus gar keine Spielräume hast, dass du einfach keine Spielreume hast.
00:21:05: Und das war glaube ich schon, wenn du den Armut und Reisungsbricht wird da gerade wieder erarbeitet.
00:21:10: wir haben Statistiken.
00:21:11: ein relevanter Teil der armen Leute, ein großer Teil hat nicht mal einen minimalen Schuh für gar nichts.
00:21:17: Da gibt es auch kein Puffer um die Brieze abzufedern?
00:21:20: Nichts, sie haben Minusvermögen!
00:21:21: Die Hälfte
00:21:21: dieser Bevölkerung hat einfach nichts.
00:21:24: Ich meine doch, das ist doch Hammer,
00:21:25: oder?!
00:21:26: Das ist in den Griechen besser dran.
00:21:27: Da hat er achtzig Prozent der Leute.
00:21:29: Naja, ich meine die Konservativen haben nach dem Krieg diese Wohneigentümer für alle gepusht und so weiter.
00:21:35: Es waren natürlich familienpolitische Maßnahmen
00:21:37: usw.,
00:21:38: gab auch zerstörtes Land und so.
00:21:40: Aber ich finde diese Grundgedanke... Also ich sage mal jetzt als Schwabe weil...
00:21:44: Ich wollte gerade fragen.
00:21:46: Ja,
00:21:46: ich bin Schwabe!
00:21:47: Ich sage es sei ich Wohnteigentüme bin.
00:21:49: das habe ich irgendwann mal.
00:21:51: zufällig.
00:21:51: dass wir dann ein Haus gekauft haben mit einer Frau zusammen ist mir klar geworden, wie wichtig das ist, dass ich nicht von Vermietern abhängig bin.
00:22:01: Ja, angesichts der Mietpreisentwicklung ist es in der Tat sozusagen eine Strategie sich zu wehren.
00:22:08: Man könnte natürlich auch sagen wir sind die Gesellschaft wo wir sicherstellen das.
00:22:12: wer will kann eine private Wohnung ein privates Haus irgendwie ersparen aber niemand ist darauf angewiesen.
00:22:18: also das wäre ja durchaus möglich dass es eine gesellschaftliche Übereinkunft gibt Das es so viel guten kommunalen und mit preisgebundenen Wohnungsbau gibt Dass niemand darauf angeweisen ist, sodass er sich eine eigene Wohnung.
00:22:31: das finde ich eigentlich den besseren Weg.
00:22:34: Es kann ja auch eine Belastung sein.
00:22:36: Und ich will mal aber die Analyse ist super wichtig, dass wir in Deutschland über die Hälfte der Bevölkerung sind Mieterinnen und Mietern.
00:22:43: das heißt bei jeder Maßnahme die aktuell stattfindet muss man mitdenken was hat es für eine Auswirkungen auf die Mieterin und Miete?
00:22:49: deswegen habe ich mich so über das Gebäudemodernisierungsgesetz über die Eckpunkte geärgert weil da ist ja sozusagen von Bildzeitung und Co groß sozusagen gefeiert wurden Wir brauchen die Freiheit im Heizungskeller damit jeder einbauen kann was er will und ganz viele Leute haben ja auch geglaubt der Ausdruck der größten Freiheit des deutschen Mannes, dass er jetzt wieder Gasheizung und Ölheizungen im Heizungskeller einbauen kann.
00:23:10: Aber das zum Beispiel damit Weichenstellungen für Mieterinnen und Mietern vorgenommen werden die ausbaden müssen?
00:23:16: Und ist es auch nach Form von Unfreiheit wird halt überhaupt nicht mit kommuniziert.
00:23:20: also um das nochmal zu erklären ja warum das eine Unfreiheit sein kann wenn man heute wenn eine alte Öl-Heizung kaputt oder ausgetauscht werden muss und man setzt wieder auf ne fossile Lösung.
00:23:30: Das klingt dem ersten Moment leichter weil das kennt man womöglich und der Anschaffung billig.
00:23:35: Aber weil die CO-Preise steigen werden, wird dann der Energiepreis, der Strompreis.
00:23:40: Der Wärmepreis wird halt deutlich teurer werden.
00:23:43: Und es werden am Ende entweder die Wohneigentümer ausbaden müssen, die das vielleicht auch gar nicht können oder eben die Mieterinnen und Mietern, die selber gar nicht die Möglichkeit haben dort dagegenzustellen?
00:23:54: Also ich sage, da sind wir jetzt im großen Teil Strukturregulationen.
00:23:58: also wir brauchen Garanens Prozesse, Regioreguliersprozesse um eben Menschen, die in Abhängigkeiten sind.
00:24:05: Ob es jetzt Arbeitnehmer abhängig sind, Arbeitnehmerinnen oder als Mieterin, ein Abhängiger, da brauchen wir Regulierungsprozesse... Ich habe diesen auf den anderen Aspekt sozusagen eher liberalen Aspektern mal aufmerksam gemacht, nämlich in einer gewissen ökonomischen Selbstständigkeit.
00:24:21: Die natürlich auch mit der Illusion einhergegeben hat.
00:24:23: Das ist ja vollkommen recht.
00:24:25: Wenn ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten kann oder wenn man dann zur Schule bin, das ist auch ein Problem.
00:24:30: aber ich will trotzdem darauf aufmerksam machen dass manchmal... ich war jetzt, ich war hier als twenty-fünf Jahre in Jena Professor gewesen und da hatte ich dort in jener eine Genossenschaftswohnung und es hab mich sehr geschätzt Weil die Gelossenschatzwohnen natürlich da bist du ja mit Eigentümer.
00:24:44: Genau,
00:24:45: das ist auch eine Form von...
00:24:46: Ist auch ne Form vom kollektiven Eigentum und ich finde also so eine gewisse... Also ich denke mehr investieren darin dass die Leute nicht nur in abhängigen Modellen vor allem mich in Abhängigmodellen von Leuten sind die einfach reibach machen teilweise auch müssen.
00:25:00: Ich meine wenn Du heute im Wohnen investierst im Ballungsraum und Du zahlst als Investor hohe Summen für die Grundstücke dann willst Du wirst es umlegen müssen auf die Nutze.
00:25:12: Aber das ist ja wiederum auch eine politische Entscheidung, dass man nicht in der Bodenpolitik einsteckt.
00:25:19: Also man könnte ja sehr wohl sagen städtischer Grund und Boden, den kann man nicht vervielfachen.
00:25:26: Die Fläche ist ganz klar begrenzt und hier stellt man sicher, dass er so genutzt wird, dass es optimal und bestmöglich für alle genutzen wird mit Blick auf.
00:25:36: Klimawandel, was kommt?
00:25:37: Also wir brauchen Städte die wie Schwammstädte würgen.
00:25:39: Die die Flüssigkeit halten.
00:25:41: Wir brauchen vielleicht Städten wo Menschen gut leben können auch wenn sie nicht in Eignishäuschen mit grünen Garten hinten haben also wo es Aufenthaltsflächen gibt und so weiter brauchen Stände wo man sich auch wenn man kein Auto hat gut vorankommt alle wichtigen Orte erreicht.
00:25:56: Das ist ja sowas das für arme Menschen wichtig aber finde ich auch generell für ein gutes Miteinander wichtig wo am Ende aller Einkommensgruppen profitieren.
00:26:04: Gut wer jetzt eine super tolle Villa mit direkten Zugang zum See hat, der wäre darauf vielleicht nicht ganz so angewiesen.
00:26:10: Aber ich würde sagen selbst die profitieren am Ende davon wenn du ne Gesellschaft hast wo die Unterschiede zwischen Arm und Reich nicht so groß sind weil das einfach ein zufriedeneres besseres gesellschaftliches Klima macht.
00:26:21: Ja ich finde du hast das Wort Klima und soweit er taucht jetzt mehrmals auf und ich meine es ist beim zweiten Thema Einer der Vorwürfe, die vor allem aus rechten Kreisen fassen, weil sie aber aus linken Kreisen gegenüber Nachhaltigkeits-, Politik-Ökologie-, Klimapolitik erhoben worden sind und sagen ja das ist ein Projekt der Mittelschichten oder gerade Oberschichten.
00:26:42: Also wer kann sich den Bioladen leisten?
00:26:45: Wer kann sich denn ein Lektorauto leisten?
00:26:47: Das sind eben Arrivierte, die können das und der arme Mensch kann es nicht.
00:26:52: Also Ökologie ist sozusagen ein Bashing Word für den Klassenkampf von oben.
00:26:58: Und so frame es ja auch die Konservativen.
00:27:01: Die ganzen Trump-Pisten machen genau das, wickeln Umweltbehörden ab, zerstören Nationalparkverwaltung usw.
00:27:10: Es würden bei uns die Rechtspopulisten outmachen wenn sie in die Macht
00:27:13: gehen.
00:27:14: Das ist einer der vielen Kunden, warum wir verhindern müssen.
00:27:17: Aber
00:27:18: ich kann was zu dem Framing sagen.
00:27:21: Wir haben vorgesprächs schon mal über diese Frage auch gesprochen und da glaube ich würde es zu recht energisch widersprechen.
00:27:29: Warum ist Klimaschutznachhaltigkeitspolitik eben nicht einfach nur ein Mittelschichtsthema?
00:27:36: Also ich würde sagen diejenigen, die am meisten darauf angewiesen sind, sind übrigens diejenigen die nicht viel haben.
00:27:41: Weil wir wissen von den Folgen von Umweltverschmutzung und von Klimawandelkatastrophe sind vor allen Dingen verletzbare Gruppen- und Ermacher besonders betroffen weil sie können sich im Zweifelsfall nicht schnell das Umziehen in überschwemmungssicheres Gebiet leisten.
00:27:55: Wir wissen dass gerade wer in älteren schlechteren Gebäuden wohnt oder auch Einrichtungen sozialer Einrichtung sind eher nur die Nicht so gut Wärme gedämmt sind wie sagen, vulnerable verletzbare Gruppen.
00:28:08: Also zum Beispiel schwangere ältere Pflege bedürfte ich ja aber auch kleine Kinder.
00:28:13: Skipfelt am Ende bei den Wohnungslosen natürlich besonders betroffen sind von Extremsbettersituationen und von Extremstemperaturen.
00:28:21: also die trifft es besonders.
00:28:22: insofern dem Klimakollaps zu verhindern ist eine zutiefst soziale Frage.
00:28:26: erst mal wer richtig richtig reich ist der wird am ende sich auch irgendwie umgehungsmöglichkeiten und sei es nehmen sich eine tolle Jacht kauft oder oder er wird umgehungsmöglichkeiten finden So, während es in die große Masse der Bevölkerung das nicht kann.
00:28:38: Das Nächste ist wir haben und das können wir auch belegen Wir haben bei uns im paritätischen eine Umfrage gemacht unter sozialen Einrichtungen.
00:28:45: Er sagen neunundsechzig Prozent Die hatten schon mit den Folgen von Extremstemperaturen oder extremst wettern Unwetter zu tun Und Es hat sich stark beeinträchtigt.
00:28:53: Das bedeutet zum Beispiel dass ein Kita Nicht rausgehen Kann Mit Den Kindern Weil es keine überschatteten Plätze gibt Dass Schwangerschaft Konfliktbadung Ich stattfinden Kann weil die Räume zur aufgeheizten bis sind dass es lebensgefährlich wird, die Temperaturen in Senioreneinrichtungen.
00:29:08: Also das sind so ganz konkrete Folgen mit denen sie zu tun haben bis hin zur Überschwemmung, die dann auch gefährlich sind.
00:29:16: Gute Nachrichten.
00:29:17: neben all dem Katastrophensszenarien gerade in den sozialen Einrichtungen gibt es total viele Akteure, die wirklich mit den Füßen scharen und was zum Klimaschutz und zur Klimaneutralität beitragen wollen.
00:29:27: Also es gibt ja gesellschaftliche Bereiche, die sich eher mit Händen und Füssen wehren jetzt irgendwas für Ökologien-Klima-Schutz zu tun.
00:29:33: wenn wir unterwegs sind so mit sozialen einrichtungen unseren Projekten, die wollen alle etwas machen.
00:29:38: da ist nur die Frage wie schaffen sie das?
00:29:39: Weil oft die Personaldecke so eng ist dass die kaum freier hat das heißt sie brauchen Unterstützung dafür.
00:29:46: oder weil die Finanzstruktur, ich will jetzt nicht ins Detail gehen um es nur einmal zu skizzieren.
00:29:51: Wenn du als Pflegeeinrichtung entscheidest, wir bauen eine Photovoltaikanlage aufs Dach.
00:29:55: Das tun wir was für ein Klimaschutz und wir sparen noch Stromkosten.
00:29:59: Also das ist am Ende auch für die, wo Pflegebedürftigen gut.
00:30:03: Dann kann es sein, dass am Ende total Miese macht weil der Kostenträger zwar ganz hohe Heiz- und Stromkosten übernimmt aber in den zukunftsfähige Investition wird am Ende als unwirtschaftlich eingestuft und bekommt sie nicht übernommen.
00:30:14: Und so also gibt's total schräge Anreizeffekte, die eher wegführen von nachhaltigem Handeln.
00:30:20: dass man ranweilt, damit wird ökonomische und ökologische Irrsinn zusammenbefeuert nur weil das so kurzfristig gedacht wird.
00:30:27: Das ist ein Punkt also.
00:30:28: deswegen wollte ich sagen totaler Widerspruch.
00:30:31: Ökologie- und Klimaschutz sind zur tiefsten soziale Frage gleichwohl.
00:30:35: Und da würde ich sagen, da hat schon auch die Klima- und Ökoszene eine gewisse Lernkurve durchgemacht Am Anfang nicht immer die ärmsten oder vulnerablen Gruppen oder soziale Einrichtungen mitgedacht worden.
00:30:47: Da sehe ich auch eine Aufgabe von uns darin, wir arbeiten ganz eng mit tollen Akteuren zusammen vom Öko-Institut übern BUND, Klimaallianz und und und weil man genau inzwischen gelernt hat das soziales und ökologisches nicht gegeneinander auch nicht unvermittelt nebeneinander sondern verzahnt gedacht werden müssen Und das muss immer wieder neu hergestellt werden, die Verzahnung zu denken und zu praktizieren.
00:31:13: Also ich finde es sehr wichtig was du darauf ansprichst denn ich rede mich vor drei Jahren gut drei Jahre habe ich mal mit dem DW zusammen und im tiefsten deutschen Institut für Sozialpolitik Forschung.
00:31:24: Mit denen arbeiten wir auch gerne
00:31:25: zusammen?
00:31:25: Genau da haben wir gemeinsam einen Workshop gemacht hier in Berlin bei einer Corona-Pandemie noch über am Beginn der damaligen Ampelkoalition Klima- und Umweltpolitik.
00:31:32: in einer neuen Koalition hieß der Workshop.
00:31:36: Und was wir dabei feststellen, das war für mich... Also ich habe mir gedacht, aber mir war es dann doch fapierend.
00:31:41: Dass wir feststellten sowohl in der Zwei-Säulen die umweltpolitische Szene als eine Szene und die sozialpolitische ist einer Szene.
00:31:51: Und es gab damals es verbessert sich langsam, aber es gab wenig Leute die aus den jeweiligen Bereichen Interesse am anderen Bereich
00:31:59: hatten.
00:31:59: Es gab nicht so viele Umweltleute im weitesten sind Umwelt, die Interesse an sozialpolitischen Fragen hatten und es gab auch wenig Sozialpolitik.
00:32:08: Vertreterinnen, Bohlfahrtsverbände, Lobbygruppen, Einrichtungen verschiedener Art.
00:32:14: Die Interesse an umweltpolitischen Fragen hatten und klimapolitische Fragen hatten.
00:32:17: Und ich bin so weit feucht es mir sehr von dir zu hören weil ich glaube da bist du eine wichtige Person Persönlichkeit die ist auch solche Brückenleistungen nebenan nicht einzig aber über so viele sind das nicht.
00:32:28: Ich finde schon dass das gegenseitige Interesse deutlich gewachsen.
00:32:31: Es gibt doch richtig im Einrichtung also zum Beispiel Zukunft Klimas, Sozial von Brigitte Knopf ist so eine Initiative die also wirklich immer zusammen die Akteure mit einem Tisch holt.
00:32:43: Ja wir haben vor vier Jahren mit dem ersten Projekt war noch lange vor meiner Zeit auch angefangen mit und vor allem was unsuper wichtiges das nicht nur sage ich mal Hauptgeschäftsstelle in Berlin denkt, das ist eine super Idee ökologisch zu sein.
00:32:55: Sondern dass wir das immer in ganz enger Zusammenarbeit mit unseren Einrichtungen machen also auch Schulanteime im ländlichen Raum in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen usw.
00:33:05: Also immer mit denen zusammen das entwickeln und auch noch Rückkopplung einholen.
00:33:11: Super wichtig.
00:33:12: Ja gut, du kannst natürlich auch so Muster mit der Modelle pushen, die interessant sind.
00:33:17: Ich meine das ist klar, ich meine du hast dann natürlich mein Insider-Mitarbeiterparitätische wenn man... Das ist eure Gido und es ist auch ein bisschen komplex weil ihr seid ja Dachverband.
00:33:26: Kann ich schon mal was erklären?
00:33:26: Es ist ein bisschen kompliziert.
00:33:28: Weil's versteht oft gar nicht den meisten
00:33:29: Leute heran.
00:33:30: Wir sind in Dach verbannt und ich sage immer paritätische Familie.
00:33:33: Es gibt sechs Spitzenverbände und bei vielen anderen wie Diakonie Die verbindet vor allen Dingen der evangelische Glauben, Caritas eher der katholische.
00:33:41: Der ist jede Regionalstelle da und jede Einrichtung, der steht auch Caritas in Diakonie dran.
00:33:46: Wir kommen eher aus so einer Graswurzel von unten nach oben.
00:33:49: Man würde jetzt einen Button ab.
00:33:51: Kultur, wir sagen eher Selbsthilfe-Kultur.
00:33:53: Also Initiativen die entstanden sind und die sich nicht weder konfessionell noch parteipolitisch usw.
00:33:58: nur zu einordnen wollen, die aber was eint.
00:34:01: Und das Verbindende ist halt diesen unserer Wertekanen.
00:34:04: ja also sind für Vielfalt und sozusagen Gleichheit aller in ihren Rechten.
00:34:10: Das ist das Verbinde dieser Gedanke Genau und wir haben unter unserem Dach oder in der paritätischen Familie über fünfhunderttausend hauptamtliche Mitarbeiter.
00:34:21: In der Bundesgeschäftsstelle sind wir nur rund hundert Leute, davon sind viele Stellen immer über Projekte finanziert und sehr stark an die Projektarbeit gebunden.
00:34:29: Das heißt einerseits sind wir riesengroß weil wir überall irgendwie sind mit allen möglichen Einrichtungen.
00:34:34: ich sage mal von seepferdlichen Kurs bis Schwangerschaftskonfliktberatung von Frauenschutzhaus über Kita Pfleger Hospiz Jugend her werden ja alles mögliche.
00:34:44: Für jede Lebenslage bieten wir eigentlich einen sozialen Dienst oder eine soziale Einrichtung an, aber das kommt halt oft auch mit unterschiedlichen Namen und Begriffen.
00:34:53: daher teilweise ganz kleine Vereine in den Ländern, teilweise ganz große Tanker die bei uns sind genau.
00:35:00: Aber wie gesagt unser Bundesgeschäft sich selber ist jetzt nicht so riesengroß sondern wir sind froh wenn wir die Arbeit erledigt bekommen die uns täglich
00:35:09: erwartet.
00:35:10: ... eine bürgerliche Initiative.
00:35:14: Ja, aber schon vor allen Dingen eine die unabhängig war also... ...die eben nicht jetzt gebunden war an einer
00:35:19: Partei,...
00:35:20: ...an eine Konfession.
00:35:22: Genau wir hatten jetzt über hundert Jahre Geschichte liegen schon hinter dem Parität.
00:35:26: Also ich meine und dann gab es ja später noch... ...ich kann mich erinnern als ich damals im Bundestag arbeitete... Frischenfraktionen, verdammt die grüne Fraktion.
00:35:38: Da haben wir dann eine Diskussion angesetzt, das ewig her um vierzehn Jahre her über einen siebten Wohlfahrtsverband weil da war diese Alternativ-Bewegung wo viele Selbsthilfeinitiativen, die sich noch keinen Wohnfahrts-Verband angeschossen hatten und da paritätisch hatte dann die gute Idee dieser Leute mit aufzunehmen, weil der eher, sag ich mal doch, eher bürgerliche Hintergründe große im Bürgerschatten-Insetzen war.
00:36:00: Nee,
00:36:00: ich glaube das war er, weil das der Respekt vor dem eigenen Leben oder der eigenen Kultur also eher zu sagen ihr müsst euch bei uns nicht unterordnen in eine generalsstabsmäßige Struktur sondern das einzige was bei uns halt das Gemeinsamste der Werte kann.
00:36:17: und umso erstaunlicher ist es, weil wir haben ja so unterschiedliche Akteure beim Paritätigness vom Bundesverband dran Das ist ja eine junge Organisation, was um Interessen von transsexuellen Queerpolitik geht.
00:36:30: Es sind zum Verband sich mit der Kehlkopflosen, wo es um ganz konkrete Behinderungen beeinträchtigung und deren Interessenslagen geht.
00:36:37: Große Organisationen wie die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, wo ich in meiner Freizeit ehrenamtlich aktiv bin und kleine ganz frisch gebündete.
00:36:46: Zum Beispiel jetzt in Mannheim so eine Initiative Kupfer, die bietet einfach einen Treffen für armutsbetroffene Menschen also sogar vierfältig Können darin in ihrer Vielfalt existierende müssen, nicht irgendwie sich einer Struktur anpassen?
00:36:57: Das ist glaube ich schon so etwas was es für viele attraktiv macht bei uns mitzumachen.
00:37:02: Aber auch ein bisschen schwieriger zu erklären.
00:37:04: Ja aber das ist doch willkommen.
00:37:06: dann vielleicht zum dritten Themenbereich.
00:37:07: So eine politische Biografie und sozusagen auch dein eigener sage ich mal... ...eigens Engagement, der eigene Wertekart und da ist schon ein paar Stationen angesprochen.
00:37:17: Rettungsschwimmerin zum Beispiel... Da könnte ich noch überhaupt nicht mithalten.
00:37:20: also ich könnte jesens gerettet werden aber gut!
00:37:23: Ich kann schon schwimmen, aber ich kann nicht wirklich so schwimmen dass sich jemand retten kann.
00:37:26: Das ist schon mal tapfer finde ich.
00:37:27: gut, ne?
00:37:29: Du musst ja nur die Rettungsgriffe können und dann in rückenlage es gar nicht so kompliziert
00:37:34: wird.
00:37:35: Gut also machst Behoffnung aber worauf ich...
00:37:37: Aber du musst Strecken tauchen können und Tiefen tauchen das muss man... Ja
00:37:40: das sind viele Probleme wie immer bisschen Schwierigkeiten bisschen geht.
00:37:43: Aber es ist eines von vielen Beispielen, das heißt wenn man selber anschaut ich meine du warst, ich habe dann diese Einführung im heutigen Podcast ein bisschen offener gehalten um zu sehen was du alles schon so gemacht hast wo dein Herz hin pochte.
00:37:59: und wie ist denn dieses Thema?
00:38:03: verschiedene Initiativen, die sich gründen.
00:38:05: Was jetzt einige angesprochen haben mit transsexuellen Initiative oder irgendeine winzige kleine Gruppe in irgendwo, wo sie sich den Paraglischen angeschossen hat und irgendein Initiativ vielleicht für Beeinträchtigte macht oder für Menschen, die obdachlos sind was auch immer.
00:38:19: Und das heißt diese Selbstständigkeit.
00:38:22: passt es eigentlich zu deiner linken Geschichte?
00:38:26: Also ich frag deswegen, weil die... Ich weiß nicht, bin da nicht bürdig.
00:38:30: Es gibt ja auch eine Linke, die nicht nur staatszentriert und top-down war es.
00:38:34: Gibt ja nicht bloß so eine stalinistische Herrschaftslinke, es gibt ja immer auch ein bisschen zu anarchistischen Bewegungen.
00:38:41: aber da würdest du dich jetzt nichts zu aussortieren, aber es gab wie immer auch diese Seite.
00:38:45: wir wollen die Gesellschaft von unten her stärken.
00:38:47: das Wort hast Du in meinem Mund genommen.
00:38:49: Nimm das mal noch, vielleicht kannst Du ein bisschen mehr abwägen noch?
00:38:53: Das ist ja nicht nur eine reine Ehrenamtlichkeit, sondern es hat auch ne politische Dimension die ganze Seite.
00:39:02: Also vielleicht mal wovor ich mich in der Traditionslinie... Ich fand schon immer so einen humanistischen Sozialismus war mein Impuls.
00:39:12: Ich bin dann eher im Schriften von Rosa Luxemburg, habe ich eher geprägt oder Antoni Jokramski ja ist jetzt die Schrifte von Lenin würde sein wo man herkommt.
00:39:23: leider würde ich sagen haben die progressiven Kräfte heute viel zu wenig von Kramskis verstanden werden dessen die Rechten sehr genau seine Methodien studieren und teilweise sehr erfolgreich im Anwenden.
00:39:34: also würde ich auch sagen wenn man der Rechtsentwicklung entgegentreten will, muss man sich glaube ich auch mehr dem was Kramchi damals schon auf Vorstadt auseinandersetzen und das praktizieren.
00:39:43: Aber da ist noch ein Rande!
00:39:45: Und jetzt zur Verbindung – Ich würde sagen die Konstante in meinem Leben, ich habe ja verschiedene Funktionen inne gehabt wo man….
00:39:51: Da war mir immer wichtig eine Rollenklarheit zu haben.
00:39:54: also zum Beispiel als Parteivorsitzende war klar es gibt Mehr als eine Person gibt es immer auch Meinungsverschiedenheiten.
00:40:03: Das ist so, also schon im besten Ehe oder besten Freundschaft kommt das vor.
00:40:07: aber dass sich die Organisation für die ich stand und gesprochen habe darauf verlassen kann, dass ich sehr kenntlich mache was ist die Position die wir uns gemeinsam erarbeitet haben?
00:40:15: Und wo geht's eher um persönliche Dimensionen?
00:40:18: Das finde ich ist immer eine Frage der Fairness und des Respekts von der Innendemokratischen.
00:40:22: da musste man als Parteivorsitzender drauf achten.
00:40:23: Als der Naturin war so, dass Senat erst mal mit seinen Beschlüssen vertreten, aber es ist nicht mein erstes Ziel war Franziska Giffey zu kritisieren.
00:40:32: Sondern wir waren eh so viele Krisen zu bewältigen dass Franziska und ich eher zusammen gekämpft haben das wir genügend Unterkünfte kriegen für die Ukraine geflüchteten aus der Ukraine by the way.
00:40:43: Aber dieses so dass man da sehr klar ist wofür steht man um trotzdem die innere Haltung kenntlich machen.
00:40:49: Und beim paritätlichen würde ich sagen ist das auch so.
00:40:51: Wir sind ja wir bestehen auf so unterschiedliche Organisationen und dann gibt's immer wieder Kremien treffen, wo man sich gemeinsam auch zu neuen Positionen verständigt.
00:41:01: Und dann schon sagen ich auch in der Pflicht bin das was ich bei aktuellem wenn man mal schneller etwas regieren muss sagen muss dass muss ich aus unserer Arbeit oder unseren bisherigen Positionen begründen kann da nicht einfach nur sagen also mal finde wir als Partiteur vertreten jetzt mal das und das weil mir das gerade im Sinn kommt so man muss sich selbst schon ins Verhältnis zur Organisation setzen.
00:41:22: Weil der Wertehorizont so identisch ist mit meinem Inneren, fällt mir das total leicht beim Parität.
00:41:27: Den mache ich gerne.
00:41:28: aber es ist schon was, was glaube ich mit neoliberalen Subjekten nicht so einfach ist weil manche denken ja Demokratie herrscht oder Freiheit herrsht wenn sie einfach nur ihre eigene spontane Idee mal hinausposaunen können und dass wir dann Demokratie sondern nenne ich würde sagen das Ringen um gemeinsame Willensbildung ist ein und dann aber auch eine gewisse Verbindlichkeit.
00:41:46: Das ist ein wesentlicher Bestandteil von Demokratie.
00:41:50: Und jetzt noch die Konstante in meinem Leben, das würde ich schon sagen ist der Einsatz für sozial-ökologisches.
00:41:54: Das konnte ich egal wo ich jetzt war im Stadtrat in Tresden als Verkehrspolitikerin in Sachsen hier im Bundestag als Ausschussvorsitzende oder eben jetzt beim paritätischen.
00:42:04: also genau dieser Einsatz dass waren allen die roten Linie so unterschiedlich.
00:42:09: die Instrumente und Funktionsbezeichnungen sind
00:42:12: Ja, du hast aber jetzt gerade einige wirklich sehr interessant.
00:42:14: Also das kann ich gut verstehen finde ich gut dass du das sagst, dass man es auch festhalten.
00:42:18: Aber Ich finde Du hast eine Sache angesprochen die mich schon auch nachdenken.
00:42:22: Manche haben ein zweites Problem nochmal Person und Institution ist es ja.
00:42:27: Dann Du hast gesagt als Organisationsvertreter in der Parteiver Sitzung ist natürlich auch ne kräftige Nummer.
00:42:32: damals hatte der Phasenweise im Thüringen dreißig Prozent.
00:42:35: Gut, ich meine den durchregieren ist auch nicht so einfacher.
00:42:37: als Parteivorsitzende merkt er der gute Friedrich Merz auch.
00:42:40: also einfach ist es nicht.
00:42:42: Vermitteln musst du natürlich auch.
00:42:43: Du musst Leute mitnehmen, aber zugleich ist es sehr interessant dass man immer wieder auch sagt auch Kommentatoren sagen das Auch die leute sagen dass Das politik ja auch eine gewisse Führung.
00:42:54: und auch in so einer Organisation wenn du jetzt Geschäftsführer bist erwartet man da nicht von dir auch ne gewisse führende Gewissen Eine gewisse Impulsierung?
00:43:04: Genau impulse geben und Orientierung geben Aber das ist halt was ich würde immer sagen Eine gute Führung heißt halt schon zuallererst sich.
00:43:14: interne Verständigung und dann auch darum zu wissen.
00:43:17: Also man liest ja nicht einfach immer das Programm vor, was man hat aber auch vorauszuschauen.
00:43:22: okay jetzt deutet sich eine neue Konfliktstellung an oder ne neue Fragestellung in der Gesellschaft.
00:43:27: darauf haben wir noch keine Antwort.
00:43:28: da müssen wir uns eine geben.
00:43:30: also sozusagen regle ich einen internen Prozess an.
00:43:33: Wir diskutieren finden das was uns zusammen vereinigt und stellen das dann nachdem wir es auch verständigt haben voran.
00:43:40: Und dann ist es immer noch die Aufgabe finde ich einer guten Führungsarbeit das zu übersetzen.
00:43:45: Also weil du musst es ja auch zugänglich machen für Leute, die jetzt sowieso ein Parteiverstand oder einen Verbandsrat haben eigene Logik und eigene Sprachen.
00:43:53: Es muss immer eine Übersetzung finden aber so dass Leute wiederfinden.
00:43:56: Das würde ich immer sagen Ja, Führung heißt nicht willkürlich einfach was hinaus sondern Klarheit zu haben.
00:44:03: gut Und dann gibt's auch irgendwann Moment wo man für sich sagen kann dort gibts ne Positionen die ich auf keinen Fall mit tragen würde.
00:44:11: Aber ich würde eher sagen es heißt Impulse geben, Anregen schauen was ist und das voran stellen.
00:44:18: Was uns vereint und... ...was auch gerade gesellschaftlich notwendig ist.
00:44:22: Also es klingt total vernünftig.
00:44:23: Was du sagst dennoch löst die bei mir gewisse Umwerke?
00:44:26: Ja klar
00:44:27: du bist ja Wissenschaftler.
00:44:28: Du kannst ja als Wissenschaftler ganz anders arbeiten.
00:44:31: Ja meine Rolle ist ja auch so.
00:44:33: Ich war immer stolz darauf dass viele meiner Studierende was die Mittelmäßigen studieren dann aufsackten.
00:44:38: der Professor Berger Was hatte eigentlich von der Position?
00:44:41: Das weiß ich gar nicht.
00:44:43: Also da grinsen immer eine Reihe, für die man sich das Wort Sahnwege-Position nicht hatte.
00:44:47: aber ich will ja nicht... also als Wissenschaftler muss ich auch ein gewisser Objektivität und Wahrheitsanspruch haben.
00:44:52: Das ist ne andere Rolle als ihr jetzt bei euch im politischen Gewerbe oder eben auch in verbandlichen Gewerben.
00:44:57: dennoch, ich glaube meine Frage ist nochmal gerade Paritätisch spielt es sicher an welche Rolle spielt Das Individuum in der Organisation, weil du hast es jetzt mehr so von der moderierenden zusammenfassen.
00:45:08: Nee, das stimmt nicht.
00:45:09: Im Puls geben ist mehr als moderieren und ein Kompromiss zu geben im Puls.
00:45:13: Also ist ja mal sowas... Im Pulse geben heißt er nicht einfach ein Komprimiss.
00:45:19: also am Ende dann dass keine Seite zufrieden ist zu machen sondern eher zu schauen was Ist das was jetzt vorangestimmt, wo wir vielleicht auch über ein eins plus eins ist gleich zwei hinausgehen müssen.
00:45:30: Wo wir etwas drittes weiterentwickeln das zu haben?
00:45:33: Ganz konkret machen wir Mir ist halt aufgefallen, dass in ganz vielen Bereichen bei uns Fachpolitisch das Thema Ernährung eine Rolle spielt.
00:45:42: Gesundheit und Ökologie Frage usw.
00:45:45: Wir hatten aber dazu keine Positionen.
00:45:47: dann habe ich einen großen Prozess gemacht wo wir zusammengeführt haben die Einzelinteressen sozusagen zu einer Positionierung und es wird jetzt auf dem Verbandsrat entschieden und wenn wir das entschieden haben kann ich da noch so bei Politikern für die Ernährungswände mit Forderungen auftreten.
00:46:01: also das schon was.
00:46:03: Aber deshalb nicht ich alleine weil ich mal der Meinung war sondern versucht schon das in einen Kollektivprozess reinzugeben.
00:46:09: Und ich würde immer sagen, es ist eine gute Schulung für jeden erst mal die eigene Meinung in einem Kollektif von wo es ja gemeinsame Hintergründe gibt zu verallgemeinern.
00:46:22: weil dann merkt man, okay das hält auch was aus als zu denken.
00:46:26: Das ist meine Meinung, die ist mir jetzt beim Abendbrot tisch eingefallen.
00:46:28: und jetzt gehe ich zur allen Veranstaltung erzählte und finde der muss sich
00:46:31: nicht.
00:46:32: in Social Media
00:46:33: ja und es müssen nur alle sich an meine Idee halten Dann ist die Welt gerettet so.
00:46:36: man muss schon erstmal proof of the putting is in the eating Man muss es auch erst mal innergruppe sein dazu bringen dass auch Leute dieser edi folgen können.
00:46:43: Und dann würde ich immer sagen kollektive Weisheit manchmal Ist mal alleine dann doch nicht so schlau, aber man hat einen Impuls gegeben.
00:46:51: Genau das wird sein und...
00:46:52: Also was du ja deutlich machst ist im Grunde überhaupt mal das Wesen der Demokratie.
00:46:56: Diese Demokratie ist ein ganz komplexes Spannungsfeld von individuellem Kollektiv.
00:47:00: Genau.
00:47:00: Ist einfach so.
00:47:01: und die Vorstellung zu sagen, ich würde gerne das und das anders machen jetzt soll er bitte Deutschland auch diesen Weg gehen.
00:47:07: Sollte es gehen mit den Achtzehn Millionen anderen Weg wollen?
00:47:09: Wenn man kluck hat, wollen alle in des Gleichhauers passiert sein.
00:47:12: Das ist ja nicht so.
00:47:13: Meistens nicht so okay.
00:47:14: aber lasst uns doch mal jetzt doch zur Gegenende unserer Sache nochmal zurückkommen zum Thema was wir gegen Armut sind.
00:47:20: ja damals Wir haben uns kennengelernt damals über die Idee des Kampfs für einen Grund.
00:47:25: Und wenn man jetzt heute mal zurückblickt, da paritätische zum Beispiel und die ganzen Wohlfahrtsverbände.
00:47:30: Das sind
00:47:31: nicht für die Idee?
00:47:32: Sind auch die Parteien eigentlich.
00:47:37: Die Grünen haben einmal ganz knapp in Partei der Grenumberg, glaube ich, zehn oder fünfzehn Jahre waren sie mal dafür.
00:47:43: ansonsten, die Eliten waren immer dagegen.
00:47:45: Ich bei den Grünen habe es aktiv erledigt, weil...
00:47:48: Bei den Linken gab das auch nicht viel anders.
00:47:51: Am Anfang total denunziertes Thema, dann habe ich in das Programm reingeschrieben.
00:47:56: Das ist ein Thema, was bei uns offen diskutiert wird mit Pro und Contra.
00:47:59: Das fand ich auch die spannendste und ehrlichste Einschätzung, weil ich bei fast allen Veranstaltungen die Erfahrung gemacht hab es gibt die totalen Befürwörter, die totalem Gegner und die Mehrheit im Raum war je nachdem wer grad das bessere Argument gebracht hat.
00:48:10: also die fanden ja eher Freude an der Diskussion, da konnte sich jeder eine Meinung dazu bilden.
00:48:16: man musste nicht irgendwie muss nicht VWL studiert haben Aber es rief halt auch Fragen von Volkswirtschaft auf.
00:48:22: Also das war das Schöne!
00:48:24: Du musstest nicht Philosophie studiert haben, aber du hast philosophische Fragen damit am Ende berührt.
00:48:28: Deswegen war das ja ehrlich.
00:48:29: dann hat es irgendwann eine Mitgliederentscheid gegeben der hat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen.
00:48:34: Dann gab's da war ich schon nicht mehr auf Parteiebene aktiv.
00:48:37: also dann gab es ein Parteitag der hat das wieder ein bisschen zurückgeholt anyway.
00:48:41: Also kurz und gut Ich würde immer noch sagen dort ist es weiterhin ein umkämpftes Feld Und aktuell ist Es Nicht Das Haupt Auseinandersetzungsfeld.
00:48:49: Verbände ist es auch so, deswegen auch da würde ich jetzt immer sagen jeder weiß das ich ihr fürs Grundeinkommen bin als Person.
00:48:56: aber ich würde immer sehr klar machen dass das nicht die Position des Paritätischen ist.
00:49:01: Ja, jetzt auch sich nicht dagegen verschrieben.
00:49:03: Aber wir setzen andere Schwerpunkte.
00:49:05: ganz klar also wenn wir Lobby Arbeit machen sagen wir wollen zuallererst das halt die sozialen Einrichtungen die es gibt gestärkt werden und die Sozialleistung dies gibt Armuts fest sind.
00:49:16: Also da würde ich aber trotzdem Ich habe mich gar nicht so auf den Plan gehabt, aber ich habe ja mit einem einigen Kollegen Stefan Bach und Wolfgang Stremmann-Gun für Stief ist eine Studie gemacht bei integriertes Steuer
00:49:28: Das erste System, wo
00:49:30: wir im Grunde der Fakto ist es ein partielles Grundeinkommen.
00:49:33: Wir haben gesagt Kindergeld für alle.
00:49:35: Denkt doch mal drüber nach wie das wäre wenn man ein solches Kindergeld als steuerliche Leistung an alle ausschütten würde und dann obendrauf weitere Leistungen kommen würden?
00:49:45: Das würde doch möglicherweise diese Diskriminierungspotenzial für die Armen vermei- realizieren.
00:49:55: Das wird bei uns diskutiert, euer Modell.
00:49:59: Und was man schon sagen kann der Paritätische hat es sich ja sehr engagiert für im Bündnis Kindergrundsicherung.
00:50:04: da ist das ja eines der Modelle gewesen.
00:50:08: leider muss man sagen ist das ein Ergebnis der Ampel dass das als Thema verbrannt ist.
00:50:16: ich habe versucht bei uns allen dafür geworben aktuelle Scheitern eher nutzen, um die richtigen Lehren daraus zu ziehen.
00:50:26: Falsche Lehre wäre das Thema bringt nichts.
00:50:29: Die richtige Lehre ist zu schauen, okay in welchen Stellen es gescheitert?
00:50:34: Da fallen wir ein paar Sachen auf politischer Ebene.
00:50:37: Es ist immer ein Fehler wenn du eine mehr Parteienregierung hast, wenn das nur das Erfolgsprojekt einer Ministerin ist und das ist leider durch die Anordnung so passiert.
00:50:47: In dem Moment, wo alle wussten nach das gilt nur für die grüne Ministerin haben sich die anderen Fraktionen zurückgelegen.
00:50:52: Sollte man damit scheitern?
00:50:54: Man muss es von Anfang an zum Herzensprojekt und dann aber auch zu Fame- und Schämen gleichermaßen.
00:51:01: Also zumindest hätte sie noch die SPD Hubertus Heil mit ins Boot holen sollen.
00:51:05: Das nächste ist da würde ich sagen hat das Bündnis Kindergrundsicherung hätten wir vielleicht auch andere Anforderungen stellen müssen weil man halt immer so Verantwortung macht Die Leute müssen unbedingt raus aus den Job sind weil das stigmatisierend ist.
00:51:17: Und am Ende habe ich gedacht, es war nicht von der Praktikabilität der Durchführung gedacht also dass wir auch nochmal wenn man so ein großes zielen wie wird es administriert und durchgesetzt?
00:51:28: Das ist nicht ohne.
00:51:29: da hab' ich auch noch mal Sanatoren echt was dazu gelernt.
00:51:31: und nicht um zu sagen Leute ist alles kompliziert wir können nix ändern aber die Umsetzbar- und Durchsetzbarkeit im Sinne von Wiev erfolgen Auszahlungen Wiesen Verwaltungstrukturen dazu aufgebautes mitzudenken Ist mit einer gelingensbedingung?
00:51:46: Das
00:51:46: ist immer ein sehr aktuellen Thema.
00:51:47: Wir haben den Bericht der Sozialschatzkommission, der ja vor wenigen Wochen vorgestellt worden ist aus der Exekutive herauskam noch überhaupt nicht gesetzesreif.
00:51:56: aber da geht es genau um die vereinheitliche Leistungssysteme unser Modell.
00:52:00: wir haben jetzt im letzten Ausgabe des Nachrichtendienstes deutschen Vereins für öffentlich und private Fürsorge uns empfehlenswert.
00:52:06: haben wir unser Modellen mit der sozial schatzkombition verglichen?
00:52:10: das finde ich gar nicht.
00:52:11: Es geht ja um dich jetzt gar nicht um meine Wärmung, aber ich will nur sagen dieses Thema wie kriegst du operativ so eine Idee einer solchen Grundabsicherung für jeden?
00:52:18: Weil verfassungsrechtlich ist es sehr klar.
00:52:21: Deutschland muss jedem dass das Botschaft des Bundesverfassungsgerichts nach langen Ringen muss eben existenziger und existenzieherung sein.
00:52:29: Im November
00:52:29: two-tausend neunzen ist das Urteil gefällt!
00:52:31: Ich bin damals mit einem Nachtzug hingefahren und das war ein sehr großer Moment.
00:52:35: Wir müssen aussagen, wir haben da nach jahrelange Shit-Kampagne dagegen erlebt.
00:52:39: Sodass das Uter jetzt teilweise uminterpretiert wird und auch ein ehemaliges Sozialrichter sehr negativ Lorbeeren gesammelt hat weil er offensichtlich noch einen juristischen Beef mit dem Verfassungsgericht offen hatte und dann als Kanzlerberater galt usw.
00:52:53: Und dass alles uminterpretiert hat.
00:52:54: Zudem, zu den sechsundzwanzig Vorschlägen der Kommission zur Reform des Sozialstaates.
00:53:04: Also es gibt zwei Vorschläge darin, die finden wir hochproblematisch.
00:53:07: Vor allen Dingen ein Vorschlag siebzehnmal das zur Eingliederungshilfe.
00:53:11: Da geht's knallhart um Standardabbau und Einsprang aber zum Glück ist... Das sozusagen nur eine Empfehlung zum weiteren Nachverfolgen.
00:53:19: Aber das ist ein Punkt, wo ich jetzt einmal aus unserer Praxis sagen muss es ist irre dass man über die vielen Menschen, die in der Eingliederungshilfe arbeitet immer noch so erst kostenfaktisch spricht und den Null Wertschätzung entgegen bringt.
00:53:30: Das muss ich sagen damit das nicht nur gut wegkommt.
00:53:32: Ansonsten enthält diesen Enthalten diese Vorschläge die sechsundzwanzig viele gute Wo ich mir wünschen würde, dass sie wirklich Realität werden also allein auf dieser Umsetzungsebene Eine digitale Anlaufstelle für alle gibt, wo man auch alle Vorteile der Digitalisierung nämlich dass man das zum Beispiel in mehr verschiedenen Sprachen mit automatischer Übersetzung aufbauen kann.
00:53:57: Dass man sich nicht immer hin und her pendeln muss von Pontius zu Pilatus und irgendwo immer das Gefühl hat eine Angabe falsch zu machen sondern Der Bürger geht zu einer Stelle und dort gibt es Lotzen.
00:54:09: Und das können auch digitale Lotzen sein, die entscheiden.
00:54:12: dann gehen wir jetzt zum Wohngeld, zum Kinderzuschlag Grundsicherung.
00:54:15: Das finde ich ist super wichtig.
00:54:16: Es wäre ein wichtiges Instrument zum Abbau von verdeckter Armut.
00:54:21: Und es würde Stress rausnehmen für die Leute.
00:54:23: Zum Beispiel für Alleinerziehende.
00:54:26: Wenn das gelänge.
00:54:28: einige der Vorschläge Also erfordern jetzt auch entweder ein Staatsvertrag oder sogar eine Verfassungsänderung.
00:54:36: Wir hatten gestern Abend parlamentarischen Abend vom Zusammenschluss aller Wohlfahrtsverbände und deutschen Vereinen, Deutschen Verein und BAGFW Und da war ein ganz starkes Plädoyer.
00:54:47: wenn es sozusagen was zum besten für die Menschen ist und noch für diejenigen, die in der Verwaltung arbeiten.
00:54:54: Und man wirklich an dieser Stelle eine Grundgesetzänderung braucht dann, wenn nicht, müssten alle demokratischen Parteien zusammenarbeiten.
00:55:02: Das sage ich jetzt mal splittoyer an alle.
00:55:04: also die Schaffung einer einheitlichen Anlaufstelle digital und aber auch analog Die darf nicht am Ende daran scheitern, dass das sein nicht grundgerechtsgefroren
00:55:14: ist.
00:55:17: Genau!
00:55:17: Das muss man... Da kann es sein, dass man entweder über ein Staatsvertrag oder halt doch über eine Leitung nochmal was eingeführt wird.
00:55:24: Es geht nicht darum des Grundgesetzens sein Grundsubstanz zu verändern.
00:55:28: aber da muss sozusagen womöglich etwas eingefügt werden damit es auch klar gefest ist und dann würde ich sagen CDU muss darüber einen Schatten springen.
00:55:36: Linke wäre gut beraten sich dort Dialog bereit zu zeigen.
00:55:39: Also in dieser Spannbreite sollten sich alle bewegen, um was gegenverdeckte Armut zu tun?
00:55:45: Na super!
00:55:45: Da sind wir doch jetzt am Ende unseres Gesprächs wieder da gelandet wo wir angefangen haben.
00:55:48: hierher war es wirklich gegen Armut und da sind wir ja gerade in der aktuellen Diskussion die wirklich auch wichtig ist.
00:55:54: Es gab diesen Backlash das Bürger die Abschaffung des Bürgergeldes, die de facto gar keine Abschaffen ist sondern einfach eine punktuelle Verschärfung.
00:56:00: ansonsten sind die Grundregeln, die gleichen ist eine Grundsicherung für Arbeitssuchende nix anderes.
00:56:05: Das waren nie ein wirkliches Bürgergeld, ich habe dazu mit rausgegeben gehabt, was ich daraus empfehlen kann.
00:56:11: Der Weiterweg zum Bürgergeld war da vor weit und er war für die einzelnen Leute ist nach wie vor weit weil genau diese Verwaltungsprobleme auch während der Bürgergeldphase nicht ganz gelöst worden sind.
00:56:21: also von da ist es.
00:56:22: trotzdem sag' ich mal wir sind... Ich gehört zu der Abteilung glas ist halb voll aber halbvoll das natürlich.
00:56:29: diese konfliktaften Schritte Auch durch so eine gewisse kollektive Intelligenz.
00:56:34: Und das spielen natürlich Leute wie du, ist wenn man mal auch heute zum Ende sagen, auch ne Rolle in der wichtige Rolle dass es Leute gibt, die eine Sensibilität für dieses Problem der Armut bewahrt haben und nicht nur immer top down denken.
00:56:46: also wenn du hast nen deutschen Verein angesprochen, du hast die Eliten angesprochen da sind viele dabei.
00:56:51: ich habe ja viele davon erlebt.
00:56:54: selbst wenn sie mal Armutserfahrung hatten früher dann sind Sie froh, an die sich nicht mehr erinnern müssen.
00:57:00: Ja, und ich denke so eine gewisse Öffnung des Herzens dafür dass es Leute einfach schwer haben in der Gesellschaft.
00:57:07: Verschiedene Grunden also die Gründe für Armut sind ja so unterschiedliche können wir jetzt hier nicht mehr ausführlich diskutieren Armutsbrich nachlesen, überhaupt erst mal ein bisschen seinen Hirn anstrengend.
00:57:16: Gründe können gesundheitlicher Art sein, Familiencheidungen, Drogen...
00:57:22: Vielleicht noch eingedanken weil wir jetzt aktuell ist ja gerade die Abschaffung des Bürgergelds und die Einführung der neuen Grundsicherung durchgekommen und es ist oft diskutiert worden als ob das immer nur die anderen und dann immer immer dispektierlich mit kommuniziert die ganz faulen die da unten und so weiter ist nicht meine Sprechweise aber sowas und ich glaube so wurde auch über die Menschen gesprochen wenn man sich dazu geäußert hat bei Social Media oder auch Analog, dass dann unglaublicher Press auf die Leute da war.
00:57:48: Was viele nicht auf dem Schirm haben ist das... die meisten nur ein Schicksalsschlag entfernt davon sind.
00:57:54: Also das kann eine Trennung sein, dass keine Krankheit des Kindes sein, weswegen man auf einmal seine Arbeitszeit reduzieren muss.
00:58:01: Das kann eine Wohnungskündigung, seine betriebsbedingte Kündigung.
00:58:04: so bei Selbstständigen können auf dem Zuge von technischen Entwicklungen auf einmal Aufträge zurückgehen ohne dass man schlechter wird
00:58:11: oder schlecht akzeptiert.
00:58:14: So
00:58:15: irgendeine Erkrankung, eine Veränderung generell auf dem Arbeitsmarkt und dann kann es manchmal ganz schnell gehen, dass man schon innerhalb eines Jahres auch von den neuen Zumutungen betroffen ist.
00:58:25: Und das betrifft eben auch zum Beispiel Selbstständige.
00:58:27: die darf immer aufstockend Leistung brauchen.
00:58:29: nach einem Jahr wird gesagt Tragfähigkeitsprüfung ihr bekommt nicht genügend.
00:58:33: mit Sanktionsantrugen wird jetzt erst in dem Putzdienst oder Reinigungskraft vermittelt und bevor war man Grafikerin z.B.
00:58:39: So eine Sachen können passieren.
00:58:40: deswegen hatten wir so ein bisschen diese im Slogan nur einen Schicksalsschlag entfernt von den Zumutungen der neuen Grundsicherung.
00:58:46: also man muss immer ein gesellschaftliches Bild Wenn man überlegt, was den Ärmsten passieren kann.
00:58:52: Könnte womöglich auch mir selber passieren und vielleicht sollten wir Gesellschaft so organisieren dass egal was mir passiert ich nicht immer das ganz gleiche Niveau habe aber man vor den schlimmsten Entbehrungen von den größten Unsicherheiten abgefedert ist.
00:59:08: Das glaube ich tut der gesellschaften Gänze guter
00:59:12: Ja, das ist schon fast wie zum Schlusssatz finde ich auch also in der Tat.
00:59:15: Ich glaube das Problem Lebensstandardsicherung kannst du nicht immer und für alle in jeder Situation garantieren aber du kannst ein würdiges da sein garantieren und dazu können auch viele andere versetzen.
00:59:25: Wir haben jetzt eine Diskussion.
00:59:26: zum Beispiel Krankenversicherung für Bürgergeldempfänger oder Grundsicherungsempfängern, muss man ja auch mal positiv sehen diesen heute alle Mitglied der gesetzlichen Krankengasse was sie lange Zeit nicht waren, was Probleme zu Problemen geführt hatte.
00:59:39: das ist ein guter Fortschritt.
00:59:40: aber jetzt haben wir das Problem dass die Kosten den anderen gesetzlichem Versichern auferlegt werden.
00:59:44: die mehr kosten
00:59:45: hätte man ja über Steuernzuschuss
00:59:47: organisieren
00:59:48: können und das über eine ordentliche Million Erbschaft Millionen Vermögensbesteuerung.
00:59:54: Es
00:59:54: gibt ja schon Möglichkeiten, ein schönes Problem so zu lösen dass es nicht zum populistischen Fuhrohrthalt hat.
01:00:02: Erst mal willst du noch irgendwas los?
01:00:03: Habe ich etwas vergessen?
01:00:04: Ich hoffe, ich habe gar nicht mehr ein paar Fehler geschaut.
01:00:07: Gibt's da was, was du loswerden willst?
01:00:08: jetzt um das Thema wenige Minuten Zeit deines Ständel?
01:00:13: Achso!
01:00:17: Na ich würde schon sagen... Wir leben ja in einer Zeit, wo nicht nur die soziale Sicherheit im Fall ist und wo schon auch die Demokratie echt herausgefordert ist.
01:00:25: Wir sind ja als Wohlfahrt parteipolitisch neutral aber wir sind nicht neutral was unserer Werte anbelangt und deswegen will ich sagen es ist mir nicht egal wenn bei den Landtagswahlen sich Rechtspopulisten verdoppeln weil wir wissen das ist ein direkter Angriff auf unsere Arbeit und das gefährdet auch die Menschen für und mit denen wir als Wohlfahrts zusammen arbeiten.
01:00:45: Und ich würde immer sagen, je mehr soziale Verunsicherung es gibt.
01:00:51: Je stärker das Gefühl der Menschen ist die öffentliche Hand funktioniert nicht.
01:00:55: das sozusagen von einer Bahn bis hin zu irgendwie Ämtern.
01:01:00: Das funktioniert nicht.
01:01:01: all das ist immer Wasser auf die Mühlen der Rechtspopulisten und der Feinde der Demokratie.
01:01:06: und deswegen so wichtig dass wir als öffentlicher Hand genügend Geld einnehmen um funktionierende öffentliche Infrastruktur zu haben und um Menschen vor Armut zu schützen.
01:01:18: Das immunisiert auch gegen die Feinde der Demokratie.
01:01:23: Okay, also ich habe es jetzt so in meinen Worten zusammengefasst.
01:01:26: Also Demokratie wirkt auch gegen Armut?
01:01:31: Wenn sie funktioniert... Ich
01:01:33: würde das anders übersetzen sagen Schutz vor Armud wirkt für die Demokratie Schützdemokratischutzverarmut schützt auch die Demokratie.
01:01:43: Okay, so würde ich sogar, kann man leicht zustimmen?
01:01:45: Ich habe die andere Seite über dich auch nicht gering schätzen.
01:01:48: Ich glaube das eine Verankerung des Schützes vor Armut in der Demokratie also auch eine Referendumsfähigkeit als eine wirkliche Mehrunterstützung ist ja bisher immer da gewesen.
01:02:00: Die Mälte bevölkern allen Befragungen sind sie für den Schutz vor Armuth.
01:02:04: übrigens wenn man je nach dem wie man fragt sind Sie aufhören Grundeinkommen.
01:02:08: Also die Leute haben vom Gefühl, sie spüren schon.
01:02:12: Wir brauchen so eine Grundabsicherung weil es kann jeder von uns ganz mal schlecht wäre.
01:02:16: Es ist auch schön ausgeführt wie es uns erwischen kann.
01:02:20: Ja danke, dann nehmen wir diese schöne Botschaft mit an die Jugend oder die alten leute je nachdem
01:02:25: alle
01:02:26: Generationen
01:02:26: und
01:02:27: keine Entschüsse.
01:02:29: Ganz herzlichen Dank dir.
01:02:30: Danke dir.
01:02:31: Dies war Folge siebzehn des Podcast, Fortschritt der ISE-Podcast Gespräche über soziale Nachhaltigkeit und was sonst wirklich wichtig ist.
01:02:42: Das heutige Thema war Was wirkt gegen Armut?
01:02:47: Unser, mein Gast war Katja Kepping.
01:02:50: Ich danke dir sehr!
01:02:51: Und ich denke, wir haben tolle Sachen.
01:02:54: Ich
01:02:55: danke Dir für Dein Interesse.
01:02:57: Danke Dir.
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